Dresden - Dresdner Christstollen backen im Hochsommer? Aber sicher! Bei der Traditionsbäckerei Emil Reimann machen sich die ersten Stollen dieser Tage sogar schon auf den Weg nach Japan oder in die USA.
Während zuletzt viele den Sommer genossen, gehen die ersten Stollen in den Export. "Sie werden seit wenigen Tagen über unser Lager in Kühlcontainer verladen, verplombt und anschließend über den Hamburger Hafen verschifft", sagt die Qualitätsbeauftragte Nadine Sorkalla.
Grund: Per Schiff dauert es rund sechs Wochen, bis die Ware in Übersee ankommt. "Vor allem in Japan sind unsere Stollen sehr beliebt."
Regelrechte Renner im Land des Lächelns sind weihnachtliche Blechdosen - "je festlicher und kitschiger, desto beliebter". Auch in die USA, die Schweiz oder nach Osteuropa wird verschickt.
Begonnen hat die Produktion bereits um den 1. April. "Wenn die Bäcker morgens um 3 anfangen, müssen sie den fertigen Teig nur noch aufarbeiten", erklärt Produktionsleiter Maik Bär (46).
"Emil Reimann" setzt auf KI
Fünf bis sechs Stunden dauert es vom Teig bis zum fertigen Stollen. "Allerdings stellen wir nicht nur klassischen Dresdner Stollen her, sondern eine große Vielfalt an Varianten", berichtet Nadine Sorkalla.
Dazu gehören Whisky-, Schokoladen-, Marzipan- und Bratapfelstollen sowie Stollenkonfekt. "Immer beliebter wird der Stollenriegel - unser 'Stollen 2Go'. Gerade bei Jüngeren." Bis November wird Woche für Woche weiter Stollen gebacken. Nur so ist die Jahresproduktion von drei Millionen Stück zu schaffen.
Heute beschäftigt "Emil Reimann" am Standort Dresden 50 feste Mitarbeiter und rund 150 Saisonkräfte. Die Bäckerei wurde 1910 in Chemnitz gegründet, seit 2003 produziert sie am jetzigen Platz. Und sie geht mit der Zeit.
Bei der Qualitätskontrolle setzt das Unternehmen seit Neuestem auf eine KI-gestützte Software, die Fremdkörper - Stiele, Kerne, Ästchen, Steine - im Stollen erkennt.
"Seit letzter Woche haben wir die Technologie auch für ein zweites Gerät im Einsatz", so Sorkalla.