Dresden - Nachdem schon voriges Jahr die Brunnen-Saison fast ins Wasser gefallen wäre, die Wasserspiele erst nach massiven und breiten Protesten der Stadträte angemacht wurden, gibt es schon wieder Ärger. Wie jetzt erst bekannt wird, stellt das Rathaus die Springbrunnen verspätet an - aktuell sprudelt kaum etwas in der Innenstadt.
Das Osterfest, Himmelfahrt und Dixieland sind schon vorbei und Pfingsten naht, doch von den 83 städtischen Wasserspielen laufen gerade einmal vier.
Das ist ungewöhnlich, denn in den vorigen Jahren startete spätestens Anfang Mai die Brunnensaison, wie es das Rathaus in den Vorjahren auch immer öffentlich mitteilte. Als die Kohle noch rege floss, hatten die Brunnen sogar schon ab Ostern gesprudelt.
Nicht so in diesem Jahr. Die Erklärung versteckt sich in drei Zeilen auf der städtischen Webseite: "In diesem Jahr starten die Dresdner Wasserspiele und Springbrunnen etwas später in die Saison. Gründe dafür sind die aktuelle Haushaltssituation sowie der späte Beginn des Frühlings", heißt es dort.
Noch in dieser Woche sollen weitere kleinere und mittelgroße Anlagen in Betrieb gehen
Bei Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (60, Grüne) sei überhaupt keine Lernkurve festzustellen, schäumt TZ-Chef Holger Zastrow (57), ihr fehle "offenbar jegliche Kompetenz".
Noch im März hatte die Verwaltung angekündigt, 95 von 102 Anlagen (Rathaus zählt auch Trinkbrunnen und Schwengelpumpen mit) ab Anfang Mai anzustellen. Zastrow spricht von "Täuschung".
Dass die Brunnen jetzt "schon wieder unangekündigt nicht pünktlich anlaufen, ist ein Skandal", sagt PVP-Stadtrat Martin Schulte-Wissermann (55, Piraten). Er sieht jetzt den Stadtrat in der Pflicht, die künftige Finanzierung zu sichern. Rund 300.000 Euro kostet der Saisonbetrieb bis Oktober inklusive kleinerer Reparaturen.
"Es geht nicht um meine Person", wehrt sich Jähnigen. "Es geht um die Haushaltssituation." Noch immer gelte die Haushaltssperre. "Wenn es heiß ist, werden die Brunnen an sein."
Noch in dieser Woche sollen weitere kleinere und mittelgroße Anlagen in Betrieb gehen, nach Pfingsten auch größere wie auf dem Albertplatz oder Altmarkt.
Grünen-Chefin Agnes Scharnetzky (38) begrüßte es, dass wenigstens schon die elf Trinkbrunnen laufen würden.