Kampf ums Lingnerschloss: Schriftsteller zieht Angebot zurück

Dresden - Wer kauft das Erbbaurecht und übernimmt das Lingnerschloss für die nächsten 44 Jahre? Im Kampf um Lingners Erbe hat der Berliner Schriftsteller Matthias Liebkopf (56) jetzt sein Angebot zurückgezogen.

Der Berliner Autor Matthias Liebkopf (56) hat sein Kaufangebot zurückgezogen.  © privat

Der Autor war in dieser Woche in Dresden, besuchte auch das Lingnerschloss und habe intensive Gespräche über die Zukunft des Areals geführt, so Liebkopf.

Im Ergebnis habe er sein Kaufangebot an die Insolvenzverwaltung nun zurückgezogen. "Ich mache damit den Weg frei für andere Akteure. Mit der neuen Gruppe gibt es ja nun Interessenten, die sich ebenfalls sozial für das Wahrzeichen engagieren wollen", begründete der gebürtige Brandenburger seinen Rückzug.

Die "Investorengruppe Lingnerschloss" besteht aus zehn Personen, darunter Carsten Dietmann (63), der aktuell Mitgesellschafter der Schloss-Gastronomie "Lingnerterrassen" ist, die ihren Betrieb (Gaststätte und Biergarten) zum Monatsende räumen soll.

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Dietmann ist zudem Ex-Geschäftsführer der DDV-Mediengruppe, zu der auch TAG24 gehört.

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Das Kampf ums Lingnerschloss ist noch nicht entschieden.  © Norbert Neumann

Vom Stadrat kann noch ein Veto kommen

Die Gruppe hatte vergangenen Montag ein Kaufangebot über 1,7 Millionen Euro abgegeben und betont dabei, das "Schloss für alle" bürgernah betreiben zu wollen.

Die zuständige Insolvenzverwaltung nahm tags darauf aber trotzdem das umstrittene Angebot der zwei Dresdner Millionäre Thomas Bohn (58) und Oliver Kreider (60) an, die ihr Konzept kommende Woche über das Online-Portal www.lingner-forum.de vorstellen wollen.

Viele Kritiker haben Angst, dass die Beiden das Schloss dann mehr privat als öffentlich nutzen. Kreider hatte das ähnlich auch schon mit der Friedensburg in Radebeul umgesetzt, die für die Öffentlichkeit nun quasi unzugänglich ist.

Anfang September kann der Stadtrat noch ein Veto einlegen und so den Weg für andere Kaufangebote freimachen.

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