Kühns Kübel auf der Louisenstraße sind nur noch Ascher und Mülleimer

Dresden - Anfang Juni platzierte die Stadt Pflanzkübel und Sitzbänke auf der Louisenstraße. Ein 50.000-Euro-Projekt, feierlich eingeweiht von Baubürgermeister Stephan Kühn (46, Grüne). Nicht einmal vier Wochen später sind fast alle neuen Möbel mit Graffiti beschmiert! Die Kübel werden als Aschenbecher, Mülleimer, sogar als Kürbisbeet missbraucht.

Ein Anwohner hat Kürbisse gepflanzt, die Stadt toleriert das.  © Thomas Türpe

Das Projekt "Sommerstraße 2026" sollte die Louisenstraße eigentlich aufwerten - stattdessen sieht der Abschnitt zwischen Alaunstraße und Rothenburger Straße eher schmuddelig aus. Ja, in den Blumenkübeln sprießt zartes Grün. Doch dazwischen liegen Kronkorken, Bierdeckel und Zigarettenkippen.

"Wie von uns erwartet, sind aus völlig überteuerten Blumenkübeln binnen kürzester Zeit Luxus-Müllkübel und Aschenbecher zum Stückpreis von knapp 10.000 Euro geworden", ärgert sich Stadtrat Johannes Schwenk (34, CDU), der auch im Stadtbezirksbeirat Neustadt sitzt. Der hatte im Februar 50.000 Euro für die "Sommerstraße" lockergemacht, gegen die Stimmen von CDU, Team Zastrow und AfD.

Auf TAG24-Anfrage teilte die Stadtverwaltung mit, dass man den Vandalismus auch schon beobachtet habe. Doch "die Haltbarkeit des Cortenstahls ist dadurch nicht beeinträchtigt, weshalb gegenwärtig keine Maßnahmen vorgesehen sind".

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Sowieso wiesen die Straßenräume in der Äußeren Neustadt "einen vergleichsweise hohen Verschmutzungsgrad auf" und würden "in kurzen, regelmäßigen Intervallen gereinigt". Die neuen Pflanzkübel auf der Louisenstraße sogar täglich.

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Gekritzel und Aufkleber sollen nicht entfernt werden.  © Thomas Türpe
Die kürzlich aufgestellten Bänke sind trotz Graffiti nutzbar. Aber schön sehen sie nicht aus.  © Thomas Türpe
Bereits bei der Einweihung der "Sommerstraße 2026" waren erste Kübel mit Sprüchen beschmiert.  © Steffen Füssel
Statt die Zigarette im Aschenbecher auszudrücken, nutzen viele die teuren Kübel.  © Thomas Türpe

Einer der Pflanzkübel wird als Kürbisbeet genutzt

Kurios? In einem Beet wachsen seit Neuestem Kürbispflanzen, die ein Anwohner eingesetzt hat. Für das Rathaus eine "Form der bürgerlichen Aneignung und Verantwortungsübernahme des Stadtraums", die nicht unterbunden werden solle. Ein Zwischenfazit zum Verkehrsversuch wollte die Verwaltung auf Anfrage nicht geben.

Sie will das Projekt, für das rund 20 Parkplätze weichen mussten, lieber bis Oktober weiterlaufen lassen und danach Umfrageergebnisse auswerten. Nach einem Stadtratsbeschluss von 2019 soll die Louisenstraße nämlich perspektivisch dauerhaft umgestaltet - und schöner werden. Kann das gelingen?

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