Nach CSD-Anschlag: Makabrer Fund erschüttert FrauenBildungsHaus in Dresden
Dresden - Wenige Tage nach dem Anschlag auf den CSD in Berlin wurde auch das FrauenBildungsHaus e.V. in Dresden-Prohlis Schauplatz eines verstörenden Zwischenfalls. Die Polizei sucht nach Zeugen und bittet um Hinweise.
Wie Sarah Buddeberg, Geschäftsführerin des FrauenBildungsHauses e.V., mitteilt, wurde am 27. Juli im Briefkasten der Einrichtung eine tote Ratte entdeckt.
Das bereits halb verweste Tier war offenbar am Wochenende von unbekannten Personen durch den schmalen Briefschlitz des Gebäudes gepresst worden. Die Kehle der Ratte war dabei augenscheinlich durchtrennt.
Wie die Polizei Dresden auf TAG24-Anfrage mitteilt, wurde der Vorfall als Bedrohung angezeigt und ein entsprechendes Verfahren eingeleitet. Der Staatsschutz ermittelt.
Die Polizei bittet Personen, die Hinweise zum Vorfall oder zu möglichen Tatverdächtigen geben können, sich bei der Polizeidirektion Dresden unter der Telefonnummer (0351) 483 22 33 zu melden.
Der Verein lässt sich nicht einschüchtern
Für die Verantwortlichen des FrauenBildungsHauses ist der Vorfall mehr als eine geschmacklose Tat.
Geschäftsführerin Sarah Buddeberg erklärt: "Dieser Vorfall ist nicht nur widerlich, sondern eine ganz klare Drohung gegen uns als Verein. Nach Kaugummis auf unseren Schildern und zerstörten Gegenständen im Hof ist hier eine neue Eskalationsstufe erreicht."
Sie ergänzt: "In Zeiten, in denen diejenigen, die sich für eine offene und vielfältige Gesellschaft einsetzen, sich nicht mehr sicher fühlen dürfen, ist eine solche Drohung sehr ernst zu nehmen."
Das FrauenBildungsHaus e.V. versteht sich als feministischer Bildungs- und Begegnungsort. Der Verein unterstützt Frauen und FLINTA*-Personen (unter anderem trans, nicht-binäre und lesbische Menschen) durch Beratung, Weiterbildung, Austauschmöglichkeiten und verschiedene Veranstaltungen.
Trotz des Vorfalls hält der Verein an seinen Grundsätzen und seiner Arbeit fest.
Buddeberg betont: "Wir lassen uns nicht einschüchtern! Unser Verein steht für Feminismus, Selbstbestimmung und echte Gleichberechtigung. Dafür streiten wir, auch wenn es unbequem wird. Hass, Antifeminismus und Queerfeindlichkeit werden wir uns immer mutig entgegenstellen."
Titelfoto: Bildmontage: xcitepress

