Nach Schießerei in Dresden: Neonazis ziehen durch die Stadt
Dresden - Die Tat war kaum geschehen, schon riefen Neonazis zur Demonstration: Nach der Schießerei zwischen Mehmet Ü. (41) und der Polizei am Mittwoch, folgten rund 170 Demonstranten einem Aufruf des Neonazis Max Schreiber (39, "Freie Sachsen") in die Friedrichstadt. Die Anwohner zeigten sich wenig begeistert.
Aktuell geht die Staatsanwaltschaft nicht von einem islamistischen Hintergrund der Tat aus, sieht eher Anzeichen einer psychischen Erkrankung bei Mehmet Ü., der noch nicht vernommen werden konnte.
Doch schon am Mittwoch war sich Schreiber sicher: Dies sei ein islamistischer Anschlag gewesen und so rief er 18 Uhr vor den Bahnhof Dresden-Mitte.
Rund 170 Teilnehmer, nicht nur aus Dresden, sondern auch Neonazis aus Brandenburg und Görlitz sammelten sich. Die "Jungen Nationalisten" waren mit rund 30 Aktivisten in einem eigenen Block vor Ort.
Nach kurzem Verlesen der Auflagen zog die Demo in die Wachsbleichstraße. Ex-Querdenken-Dresden-Kopf Marcus Fuchs (41) fuhr den Lautsprecher-Wagen, stimmte von dort "Remigrations"-Sprechöre an und spielte Rechtsrock und KI-Musik ab, in der unter anderem die Todesstrafe gefordert wurde.
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Keine Zwischenfälle während Demo in Dresden bekannt
Angezeigten Gegenprotest gab es keinen, doch Anwohner goutierten den Aufzug aus ihren Fenstern mit "Nazis raus!"-Rufen. Auch bei der Zwischenkundgebung am Netto äußerten Passanten ihren Unmut.
"Wir lassen uns von solchen Gestalten, solchen Nichtsnutzen nicht provozieren", polterte Schreiber.
"Und hier gab es am Mittwoch, auch wenn es die Medien nicht wahrhaben wollen und auch die Gutmenschen nicht wahrhaben wollen, einen versuchten Terroranschlag!" Nach Schreiber sprach der Zwönitzer Rechtsextremist Wolfgang Schmidl (71) und danach auch Marcus Fuchs.
19.26 Uhr war die Demo dann zurück am Bahnhof, fünf Minuten später beendete Schreiber die Kundgebung. Zu Zwischenfällen kam es nicht.
Titelfoto: Eric Hofmann

