Neustädter Schwanenvilla feiert 200. Geburtstag

Dresden – Die Dresdner Neustadt besitzt für Architektur-Fans Reiz. Stolze Baudenkmäler und charismatische Neubauten prägen das Viertel. Beispiel: das Schwanenhaus in der Holzhofgasse. Es wird in diesem Jahr 200 Jahre alt. Eine Schau im neuen Hotel nebenan erinnert an seinen Erbauer.

Michael Schleinitz (69) vor dem Schwanenhaus, das sein Ururgroßvater erbaut hat.  © Petra Hornig

"Der Architekt Woldemar Hermann entwarf die klassizistische Schwanenvilla. Er war 19 Jahre alt, als er den Auftrag dafür bekam", berichtet Michael Schleinitz (69), der Ururenkel des Erbauers.

Der Pfarrer im Ruhestand betrieb mehr als Ahnenforschung, als er der Historie der Villa auf den Grund ging. "Im 19. Jahrhundert bot die Villa acht Familien Wohnraum. 1928 erwarb die Diakonissenanstalt das Haus."

Bis 1940 folgten Umbauten. Die Bombenangriffe überstand das Haus unbeschadet. Ein Brandanschlag in der Nacht vom 10. zum 11. Mai 1945 zerstörte die Pracht.

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"Über vier Jahrzehnte blieb die ausgebrannte Ruine als markantes Zeichen stehen."

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Der Architekt Woldemar Hermann liebte die Künste und Italien. Dort malte und zeichnete er während einer Studienreise.  © Petra Hornig

Neues Leben für alte Villa: "Woldemar Hermann hätte das gefallen"

Woldemar Hermann beteiligte sich als Architekt am Wettbewerb für den Neubau des Hoftheaters. Sein Entwurf fand Anklang. Gebaut hat man später aber nach den Plänen von Gottfried Semper.  © Petra Hornig
Ein Foto der Ruine des Schwanenhauses. (Archivfoto)  © Archivbild Diakonissenanstalt Dresden

1986 bis 1991 dann der Wiederaufbau. Daneben entstand ein Altenzentrum. Später noch das Hotel "Am Schwanenhaus", in dem Menschen mit und ohne Behinderung zusammenarbeiten.

Schleinitz: "Ich freue mich, dass die Villa wieder steht und neues Leben eingezogen ist. Woldemar Hermann hätte das gefallen."

Tipp: Die Schau in der obersten Hoteletage ist bis zum 30. Juni öffentlich zugänglich.

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