Tierquälerei in Leuben: Party-Griller stören Höckerschwäne bei der Brut

Dresden – Tierquälerei an den Kiesseen in Leuben. Dort stören Unbekannte ein Schwanenpaar absichtlich bei der Brut.

Direkt neben dem Schwanen-Nest bauten Unbekannte ein Lager mit Schlafsack auf.
Direkt neben dem Schwanen-Nest bauten Unbekannte ein Lager mit Schlafsack auf.  © privat

Was eine Tierschützerin am Sonnabend fotografierte, macht sprachlos. Direkt neben dem Nest, in dem zwei Höckerschwäne ihren Nachwuchs zur Welt bringen wollen, liegen Müll, Grillreste und sogar ein Schlafsack.

"Am Freitag waren die Sachen noch nicht hier", sagt die Dresdnerin, die regelmäßig nach Dresdens Schwänen schaut. Sie alarmierte Behörden und die Wildvogelauffangstation.

"Wir sind schockiert", heißt es von den Vogelschützern. #

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"Damit sich Vögel, insbesondere Höckerschwäne, bei der Jungtieraufzucht wohlfühlen, benötigen sie sehr viel Ruhe und so wenige Störungen wie möglich. Selbst kleinste Irritationen können dafür sorgen, dass eine Brut abgebrochen und Eier oder Küken verlassen werden."

Wegen wiederholter Störungen: Ist eine Absperrung geplant?

An der Kiesgrube Leuben treiben Tierquäler ihr Unwesen.
An der Kiesgrube Leuben treiben Tierquäler ihr Unwesen.  © Eric Münch
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Am Sonnabend brütete die Schwänin noch, am Montag waren keine Eier mehr im Nest zu sehen.
Am Sonnabend brütete die Schwänin noch, am Montag waren keine Eier mehr im Nest zu sehen.  © privat

Als die Tierschützerin am Montag erneut nach den Schwänen sehen wollte, fand sie außerhalb des Nestes ein zerbrochenes und ein kaltes Ei vor. "Bereits in den Vorjahren waren die Schwäne gestört und das Nest zerstört worden", berichtet sie.

Laut Stadtverwaltung ist das Störpotenzial im Bereich der Kiesgrube sehr hoch, daher sei auch keine Absperrmaßnahme vorgesehen. Man setze auf die geplante Badestelle "mitsamt deren besucherlenkender Wirkung", so ein Sprecher.

Doch bis die kommt, vergehen noch Jahre. Laut Rathaus seien an den Kiesseen trotz der massiven Störungen "jedes Jahr erfreulicherweise auch Bruterfolge von (mehreren) Schwanenpaaren nachgewiesen" worden.

Titelfoto: Fotomontage: Eric Münch; privat

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