Leistet sich städtischer Pflegedienst Nazi-Sänger als Betriebsrats-Chef?
Dresden - "Die Vielfalt unserer Gemeinschaft ist für uns Stärke und Bereicherung zugleich", schreibt der städtische Pflegedienst "Cultus" in seinem Leitbild. Doch offenbar trifft das nicht auf alle Mitarbeiter zu. So ist der aktuelle Betriebsratsvorsitzende Sänger einer Neonaziband. Nicht der einzige Fall in dem städtischen Unternehmen.
Seit 2021 arbeitete Marcel N. (43) im Fachpflegezentrum Altleuben, eine Einrichtung, die sich auf die Betreuung geistig behinderter Menschen spezialisiert hat - im historischen Nationalsozialismus wurden Tausende dieser Menschen ermordet.
Marcel N. wiederum covert mit seiner Band "Stahlwerk" das Hitler-Stellvertreter-Loblied "Unsterblich" (Original von "08/15") und besingt den Waffen-SS-Offizier Michael Wittmann (†30).
Nun machte die "Antifa Elbflorenz" darauf aufmerksam, dass Marcel N. zum Betriebsratsvorsitzenden gewählt wurde.
Die Cultus gGmbH bestätigt TAG24: "Herr N. ist seit diesem Jahr Betriebsratsvorsitzender."
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Dresdner Cultus gGmbH hat Schritte zur Aufklärung der Vorwürfe eingeleitet
War seine Gesinnung im Betrieb unbekannt? Zumindest hielt er sich nicht zurück, sondern posierte auf dem offiziellen Instagram-Account der Pflegeeinrichtung mit einem T-Shirt der Band "Absurd", die dem "Nationalsozialistischen Blackmetal" (NSBM) zuzurechnen ist.
Die noch jugendliche Band erreichte 1993 traurige Berühmtheit, als sie am 29. April den Teenager Sandro Beyer (†15) ermordeten. Zwei Jahre später zierte dessen Grabstein das Cover eines Demoalbums der Band.
Die Cultus gGmbH gibt an, weder die Band "Stahlwerk", noch "Absurd" zu kennen. "Die erforderlichen Schritte zur sorgfältigen Aufklärung der Vorwürfe sind unverzüglich eingeleitet worden", teilt die Geschäftsleitung mit.
Das gelte ebenso für Maik Z.: Auch dieser arbeitet für das städtische Unternehmen, nimmt regelmäßig an Neonazi-Aufmärschen teil und steht wegen Gewaltdelikten immer wieder vor Gericht.
Titelfoto: Bildmontage: Screenshot/Facebook, Eric Münch

