Dresden - So hatten sich Fahrgäste die Premierenfahrt sicherlich nicht vorgestellt: Erstmals sollte am Freitag ein ComfortJet der České dráhy (ČD) von Prag über Dresden nach Kopenhagen rollen. Doch daraus wurde nichts: Der Direktzug endete mit einer Mega-Verspätung in Hamburg-Altona.
Am Morgen rief noch alles reibungslos. Fast pünktlich durchfuhr der neunteilige Wendezug mit einer Hochgeschwindigkeits-Lok des Typs "Siemens Vectron" (bis 230 km/h) den Bahnhof Dresden-Mitte. Die Ankunft in der dänischen Hauptstadt war eigentlich für 19.38 Uhr geplant.
Doch es kam anders: Weil ein ICE zwischen Lüneburg und Hamburg mit Teilen der Oberleitung kollidierte, musste die Strecke kurz nach 13 Uhr voll gesperrt werden. Davon auch betroffen: "RJ 384", der in Richtung Kopenhagen unterwegs war.
Er traf mit über vier Stunden Verspätung in der Hansestadt ein, wo dann vorzeitig Schluss war. Reisenden blieb nichts anderes übrig, als umzusteigen.
Wegen Verzögerungen bei der Generalsanierung Berlin–Hamburg muss der Zug derzeit über die Umleitungsstrecke Stendal–Uelzen–Lüneburg fahren. Dies ist auch der Grund, weshalb derzeit nur eine Verbindung pro Richtung angeboten wird – mit einem längeren Aufenthalt (von rund 80 Minuten) in Hamburg-Altona.
Zwei Fahrten sowie saisonaler Nachtzug je Richtung ab Mitte Juni
Nach Abschluss der Bauarbeiten soll sich ab dem 14. Juni die Gesamtreisezeit von rund 13 Stunden auf unter zwölf Stunden verkürzen. Dann ist auch ein zweiter Zug pro Richtung geplant, wie die DB erklärte.
In den Sommermonaten wird das Angebot um jeweils einen Nachtzug nach Dänemark beziehungsweise Tschechien ergänzt.
Die ComfortJets verfügen über 555 Sitzplätze, davon 99 in der 1. Klasse, wo seit Februar sogar ein Ruhebereich existiert.
Es gibt kostenloses WLAN im gesamten Zug und Platz für zwölf Fahrräder.
Erstmeldung vom 1. Mai, 10.43 Uhr. Letzte Aktualisierung am 1. Mai, 17.22 Uhr.