Raupen-Alarm zum Kinderfest: Spezialisten machen Jagd auf giftige Spinner im Großen Garten

Dresden - Am Bahnhof Zoo der Dresdner Parkeisenbahn sind die Wiesen frisch gemäht. Am Sonntag findet hier das Kinderfest Parkolino statt. 2024 fiel es wegen Sturm aus. Die diesjährige Gefahr lauert in den Baumkronen darüber …

Die giftigen Raupen fressen sich hier an einem Eichenblatt satt.  © Philipp Schulze/dpa/dpa-tmn

Der giftige Eichenprozessionsspinner hat sich im Großen Garten breitgemacht. Eigentlich sollten die betroffenen Stellen (Torhäuser, Botanischer Garten, Carolaschlösschen) am Freitag abgesucht werden, um ab nächster Woche gezielt gegen ihn vorzugehen, wie das zuständige Schlösserland auf TAG24-Nachfrage mitteilte. Doch es herrscht Gefahr im Verzug.

"Bei einem Befall ist die Gefahr normalerweise gering, außer bei sehr sensiblen Menschen", sagt Baumpfleger Olaf Harzer (53) zu TAG24. "Wenn aber so ein Nest runterfällt, Kinder darin spielen oder der Hund die Nase reinsteckt, dann geht's bis zum anaphylaktischen Schock."

So bestieg der Experte am Freitag mit einem Kollegen die Eichen um den Bahnhof, denn "von unten sieht man immer nur einen Bruchteil".

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Mit Gurten und Seilen gesichert, näherte er sich der haarigen Angelegenheit in voller Schutzmontur: Der weiße Overall steckte in Kletter- und Handschuhen, die Übergänge mit Gaffa abgeklebt.

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Baumpfleger Olaf Harzer (53) bei der Arbeit.  © Lukas Voigt
Damit Parkolino und die Kids am Sonntag sicher sind, musste es jetzt schnell gehen.  © Steffen Füssel

Simon kann Aufregung nicht verstehen

Axel Simon (62) ist der Leiter von Dresdens Großem Garten im Schlösserland Sachsen.  © Holm Helis

"Damit die Brennhärchen nicht herumfliegen, sprühen wir die mit Wasserglas ein", so Harzer weiter. Das sirupartige Gemisch versiegelt Raupe und Nest. Mit einer Plastiktüte lassen sich beide pflücken. Das Kombinat wird schließlich entsorgt.

"Heute ist ein guter Tag für so was. Es ist feucht und nicht sehr windig." Großer Garten-Chef Axel Simon (64) sagt, man kämpfe nun schon im dritten Jahr gegen die Biester.

"Diese Saison haben wir die Hoffnung, dass der Winter uns dabei geholfen hat." Wegen der Klimakrise wird es bei uns immer wärmer - und der Schädling fühlt sich immer wohler.

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Beim Absaugen oder Einsprühen konzentriere man sich auf die besucherstarken Bereiche, schließlich stehen im Großen Garten gut 6000 Eichen. Das Kinderfest hat natürlich oberste Priorität.

Die Aufregung kann Simon nicht verstehen: "Wir haben's einfach verlernt, mit der Natur umzugehen." Kein Tag vergehe, an dem er nicht wegen Zecken oder Mückenstichen kontaktiert würde. Er appelliert: Nicht anfassen, betroffene Stellen mit Wasser abspülen, die Klamotten bei 60 Grad waschen. "Und gut."

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