Sächsisches Landesamt warnt vor Salmonellen im Tierfutter

Dresden/Chemnitz - Salmonellen im Hundefutter und krebserregende Pfefferkuchen: Die Landesuntersuchungsanstalt Sachsen hat alarmierende Entdeckungen gemacht. Das zeigt der Jahresbericht für 2021, den Präsident Jens Albrecht (60) am Montag vorstellte. Er spricht eine Warnung für Hunde- und Katzenhalter aus.

Kerstin Buchholz (57), medizinisch-technische Assistentin an der Landesuntersuchungsanstalt, zeigt einen Nährboden mit Salmonellen.
Kerstin Buchholz (57), medizinisch-technische Assistentin an der Landesuntersuchungsanstalt, zeigt einen Nährboden mit Salmonellen.  © Kristin Schmidt

Die Landesuntersuchungsanstalt (LUA) ist eine rund 400 Mitarbeiter starke Behörde, die unter anderem Betriebe auf Hygiene kontrolliert und an den Standorten Chemnitz, Dresden und Leipzig Lebensmittel-Proben untersucht.

Die Forscher machten vergangenes Jahr eine beunruhigende Entdeckung, als sie sogenanntes "Barf"-Hundefutter untersuchten.

"Barf" steht für rohes Fleisch, das meist gefroren verkauft wird. "Bei 35 Prozent des untersuchten Roh-Futters haben wir Salmonellen festgestellt", sagt LUA-Präsident Albrecht.

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"Die Hunde und Katzen haben selbst oft keine Symptome, geben aber die Bakterien beim Schmusen an den Menschen weiter."

"Barf"-Verfechter halten rohes Fleisch für artgerecht, laut Albrecht sind die angeblichen Vorteile nicht belegt. "Wir würden raten: Finger weg!"

Die Forscher der LUA untersuchen Proben in Petri-Schalen. Wenn sie Bakterien entdecken, kann es zu einem Rückruf der Produkte kommen.
Die Forscher der LUA untersuchen Proben in Petri-Schalen. Wenn sie Bakterien entdecken, kann es zu einem Rückruf der Produkte kommen.  © Kristin Schmidt
Die Landesuntersuchungsanstalt hat einen ihrer Sitze in Chemnitz an der Zschopauer Straße. Die LUA nimmt sowohl Tierfutter als auch Lebensmittel unter die Lupe.
Die Landesuntersuchungsanstalt hat einen ihrer Sitze in Chemnitz an der Zschopauer Straße. Die LUA nimmt sowohl Tierfutter als auch Lebensmittel unter die Lupe.  © Kristin Schmidt
Wer seinen Hund mit rohem Fleisch füttert, gefährdet damit sich selbst (Symbolbild).
Wer seinen Hund mit rohem Fleisch füttert, gefährdet damit sich selbst (Symbolbild).  © dpa/Monika Skolimowska
Gesundheitsministerin Petra Köpping (64, SPD) kam am Montag für die Vorstellung des Jahresberichts nach Chemnitz, lobte die Arbeit der Behörde.
Gesundheitsministerin Petra Köpping (64, SPD) kam am Montag für die Vorstellung des Jahresberichts nach Chemnitz, lobte die Arbeit der Behörde.  © Kristin Schmidt
LUA-Präsident Jens Albrecht (60) präsentierte den 74-seitigen Bericht.
LUA-Präsident Jens Albrecht (60) präsentierte den 74-seitigen Bericht.  © Kristin Schmidt

Gefährliches Pflanzenschutzmittel an Pfefferkuchen entdeckt

Aus dem nicht-europäischen Ausland kam vergangenes Jahr krebserregender Zimt nach Sachsen.
Aus dem nicht-europäischen Ausland kam vergangenes Jahr krebserregender Zimt nach Sachsen.  © Roman Tsubin

Ein besonderes Problem gab es 2021 beim Zimt: In Proben tauchte immer wieder das krebserregende Pflanzenschutzmittel Ethylenoxid auf. In Deutschland ist es schon seit 1981 verboten, aber in vielen Ländern außerhalb Europas erlaubt.

"Gerade in der Weihnachtszeit war das ein Problem, da Zimt zum Beispiel an Pfefferkuchen kommt", sagt Stephan Koch (61), Abteilungsleiter der Lebens- und Futtermittelüberwachung.

Mehrere sächsische Unternehmen mussten ihr Weihnachtsgebäck zurückrufen. Allerdings war die Dosierung in keinem Fall so hoch, dass eine Vergiftung gedroht hätte, versichert Stephan Koch.

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Die Lebensmittel-Hüter führten auch 41.885 Inspektionen durch bei sächsischen Herstellern von Lebensmitteln, Bedarfsgegenständen, Kosmetika, Wein und Tabak. 24 Betriebe haben sie wegen erheblicher Mängel vorübergehend geschlossen.

Titelfoto: Kristin Schmidt, dpa/Monika Skolimowska

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