Schluss für Coswigs älteste Elbfähre: Für 25.000 Euro ist die "Kötitz" zu haben

Dresden - Aus für eine Elb-Legende: Seit 1661 bringen Fähren die Coswiger am Fährweg über die Elbe. 1969 kam zum 20-jährigen Jubiläum der DDR das Motorschiff "Kötitz" aus der Laubegaster Werft dazu. 57 Jahre tuckerte die rund 40 PS starke Fähre über den Fluss. Jetzt ist Schluss: Sie wird verkauft. Denn auch vor der Schifffahrt macht die Elektro-Mobilität nicht Halt.

Ob Touristen oder Einheimische: Die "Kötitz" sorgte als ältestes Fährschiff 57 Jahre lang für eine sichere und bequeme Überfahrt.
Ob Touristen oder Einheimische: Die "Kötitz" sorgte als ältestes Fährschiff 57 Jahre lang für eine sichere und bequeme Überfahrt.  © Steffen Füssel

Coswig bekommt Mitte April eine neue E-Fähre und rüstet gleichzeitig die Anlegestellen zwischen Coswig und Gauernitz auf. Die bisherige Fähre wird damit schlicht nicht mehr benötigt.

"Jeder darf das Schiff kaufen", erklärt Ordnungsamts-Leiter Olaf Lier (64). "Die Fähre hat einen Diesel-Antrieb. Als Mindestbetrag haben wir 25.000 Euro festgelegt." Interesse gibt es bereits, doch das passende Gebot fehlt bislang.

Dabei ist das Schiff sofort einsatzbereit: Der "Boots-TÜV" läuft noch bis Ende 2028. Wer Kapitänsblut in sich trägt, hat zudem leichtes Spiel: "Man braucht nur eine Sportboot-Zulassung."

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14 Meter lang und drei Meter breit, kann selbst Niedrigwasser der Personenfähre für insgesamt 40 Passagiere nichts anhaben: "Leer hat sie einen Tiefgang von 53 Zentimetern."

"Das Boot ist in einem guten Zustand" und hat alle nötigen Zulassungen, erklärt Ordnungsamts-Leiter Olaf Lier (64).
"Das Boot ist in einem guten Zustand" und hat alle nötigen Zulassungen, erklärt Ordnungsamts-Leiter Olaf Lier (64).  © Steffen Füssel
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Volle Kraft voraus: Die "Kötitz" lässt sich sogar längs auf der Elbe manövrieren.
Volle Kraft voraus: Die "Kötitz" lässt sich sogar längs auf der Elbe manövrieren.  © Steffen Füssel

Fähre "Kötitz" wird verkauft: Pendler müssen mit weiten Umwegen rechnen

Das Herz von Fährmann-Azubi René Öhl (58) hängt sehr an der traditionsreichen Personenfähre.
Das Herz von Fährmann-Azubi René Öhl (58) hängt sehr an der traditionsreichen Personenfähre.  © Steffen Füssel

Besonders verlockend: "Sie ist ausgebaut, hat eine Kajüte mit kleiner Toilette und wäre Hausboot-geeignet." Trotzdem hofft Lier, dass sie "vielleicht weiterhin in der Region als Personenfähre genutzt wird".

Fährmann-Azubi René Öhl (58) bedauert die Ausmusterung: "Mit ihr fuhr es sich einfach am besten. Sie ist so wendig." Warum also dieser Schritt? "Wir brauchen nicht noch ein Ersatzschiff", erklärt Ordnungsamtsleiter Lier. Außerdem soll das Geld in den Fährverkehr gesteckt werden.

Für Pendler, Schüler und Touristen heißt es also ab Mitte April bis 26. Juni: Umwege über die mehr als drei Kilometer entfernte Niederwarthaer Brücke oder die knapp zehn Kilometer entfernte Altstadtbrücke in Meißen.

Für Tüftler besonders spannend: Die alte Personenfähre könnte mit handwerklichem Geschick sogar zu einem Hausboot umgebaut werden.
Für Tüftler besonders spannend: Die alte Personenfähre könnte mit handwerklichem Geschick sogar zu einem Hausboot umgebaut werden.  © Steffen Füssel
Der Fährmann ist gespannt, wie es sich mit der E-Fähre fahren wird und ist froh, dass dann sogar knapp 80 Passagiere mitfahren können.
Der Fährmann ist gespannt, wie es sich mit der E-Fähre fahren wird und ist froh, dass dann sogar knapp 80 Passagiere mitfahren können.  © Steffen Füssel

In dieser Zeit werden neue Anleger sowie die E-Ladestation gebaut, und der Fährverkehr steht still. Im Sommer übernimmt dann die moderne Elektro-Fähre "Ritter Karras" den Betrieb. Noch bis 30. April können Interessierte ihr Angebot beim Ordnungswesen Coswig einreichen. Infos: coswig.de

Titelfoto: Bildmontage: Steffen Füssel

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