Selbstkritik? Nein, danke! Ein Kommentar zur abgesagten Dixieland-Parade

Dresden - Seit 1978 gehört die Parade zum Dixieland-Festival und fand mit Ausnahme der Corona-Jahre auch stets statt. Natürlich ist sie nur ein kleiner Teil des einwöchigen Musikspektakels. Aber sie ist auch deswegen so beliebt, weil hier Einheimische und Touristen beim Umzug am Straßenrand ganz einfach mitjazzen konnten - und das für lau!

Der Ausfall der Dixieland-Parade sorgt in Dresden für großen Unmut. (Archivfoto)  © Norbert Neumann

Dass die Parade dieses Jahr ausfallen muss, bereitet mir aus verschiedenen Gründen Sorgen. Über die ausufernden Auflagen und bürokratischen Hürden, die insbesondere Großveranstalter in Deutschland ertragen müssen, wurde schon viel berichtet.

Was mich aber noch mehr beunruhigt, ist das Auftreten der Verwaltung. Getreu dem Motto: Fehler machen wir nicht, höchstens die anderen. Wo bleibt die kritische Selbstreflexion? Ein solches Auftreten lässt für die Zukunft nichts Gutes erahnen.

Und es ist ja längst kein amtlicher Einzelfall. In Strehlen etwa schaut die Verwaltung monatelang zu, wie sich Asbest-Brandreste auf Wegen und Grundstücken verteilen. Auch da heißt es aus den Amtsstuben, man stehe ja in engem Kontakt mit dem zuständigen Grundstückseigentümer und dränge auf eine schnellstmögliche Beräumung. Passiert ist diese bis heute nicht.

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Ein Teil des Problems: Konsequenzen gibt es für die Verwaltung nur selten. Die Steuermittel fließen ja weiter. Eine private Firma, die sich so verhielte, würde keine Aufträge mehr erhalten, wäre längst pleitegegangen.

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TAG24-Chefreporter Hermann Tydecks.  © Eric Münch

Aber über eine Sache wundert man sich im Rathaus dann doch: warum immer mehr Bürger ihren Unmut auch an der Wahlurne zum Ausdruck bringen.

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