Sie träumt davon, die Bestände zu digitalisieren: Sachsens älteste Bibo hat jetzt eine Direktorin

Dresden - Vor fast 500 Jahren begann das sächsische Königshaus mit dem systematischen Erwerb von Büchern. Der Grundstock für eine reiche Sammlung, die heute Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek (SLUB) heißt. Seit dieser Woche hat die Einrichtung erstmals eine Generaldirektorin.

Katrin Stump (50) ist die neue Generaldirektorin der Sächsischen Landesbibliothek, Staats- und Universitätsbibliothek.
Katrin Stump (50) ist die neue Generaldirektorin der Sächsischen Landesbibliothek, Staats- und Universitätsbibliothek.  © Eric Münch

Nein, bitte nicht mit einem Buch! Das Klischee will Katrin Stump (50) beim Fototermin keinesfalls bedienen. Es bedarf einiger Überredungskünste, um die neue Chefin von Sachsens Leitbibliothek zumindest in der Nähe von Büchern abzulichten.

Denn sie sieht die Weiterführung der Digitalisierung als einen Schwerpunkt ihrer künftigen Arbeit: Wissen, egal ob historisch oder aktuell, allen überall zugänglich machen. Kein elitärer Wissenschaftstempel soll die SLUB sein. "Wir sind eine Bibliothek der Menschen. Barriere- und kostenfrei", betont sie.

Das Zauberwort heißt anschlussfähig. Die Bestände digitalisiert zu den Bürgern bringen. Sei es ein altes Adressbuch, alte Fotografien oder sächsische Geschichte. Natürlich soll sich jeder weiter auch vor Ort informieren können.

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Neben den Leih- und Lesemöglichkeiten gibt es zum Beispiel einen öffentlichen 3D-Drucker, Veranstaltungen, bald eine Kulinarik-Ausstellung mit alten Kochbüchern.

2002 schlossen sich die Landes- und Dresdner TU-Bibliothek zur SLUB zusammen

Die Sächsische Landesbibliothek, Staats- und Universitätsbibliothek (SLUB) am Zelleschen Weg 18 in Dresden.
Die Sächsische Landesbibliothek, Staats- und Universitätsbibliothek (SLUB) am Zelleschen Weg 18 in Dresden.  © Steffen Füssel

Katrin Stump selbst will zunächst die fast 360 Mitarbeiter kennenlernen. Auch die labyrinthischen Korridore wollen erkundet sein. Das geliebte Dresden will wieder erlebt sein, für das die gebürtige Thüringerin seit den Kindertagen in Riesa schwärmt.

Und ja, dann und wann liest sie auch noch ein gedrucktes Buch. Ihre bisherigen Stationen waren unter anderem die Berguni Freiberg, die Uni Graz, zuletzt die Bibo der TU Braunschweig. Studiert hat sie eine interessante Kombination: Archäologie und Alte Geschichte.

Auch die SLUB ist eine interessante, noch gar nicht so alte Kombi: Erst mit Fertigstellung des Neubaus 2002 fanden hier Landes- und Dresdner TU-Bibliothek zusammen.

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Zwischen 1786 und 1945 hatte die Landes-Bibo eigenständig im Japanischen Palais residiert, später in einer Kaserne der Albertstadt.

Vor 1786 war sie im Residenzschloss, auf Schloss Annaburg bei Torgau und auch am Neumarkt in Dresden untergebracht. Die Anfänge der TU-Bibo datieren auf das Jahr 1828.

Titelfoto: Eric Münch

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