Sprudelt seit Jahrzehnten: Die letzten Geheimnisse des Dresdner Mosaikbrunnens

Dresden - Er sollte ursprünglich nur für sechs Monate sprudeln, doch daraus wurden zehn Jahrzehnte! Auf den Tag genau am 23. April feiert der Mosaikbrunnen im Großen Garten 100. Geburtstag. Dass man dem in der Sonne glänzenden "Jungbrunnen" das Alter nicht ansieht, ist vor allem Restaurator und Mosaikkünstler Klaus-Peter Dyroff (69) zu danken.

Restaurator Klaus-Peter Dyroff (69) hält den Brunnen jung.  © Steffen Füssel

Seit 1983 sorgt er für das Wohl des Brunnens, schätzt seine Schönheit, kennt aber auch alle Makel. Der ganze Brunnen ist mit rund einer halben Million Glas-Mosaiksteinen verziert - deren Farbspektrum von Braun über Grün, Blau und Orange bis hin zu Gold reicht.

"Der Brunnen entstand anlässlich der Gartenbau-Ausstellung 1926. Der künstlerische Entwurf stammt vom Bauatelier Poelzig Potsdam, die Firma Puhl & Wagner war für die Ausführung verantwortlich", weiß Dyroff. Nach der Ausstellung sollte der Brunnen wieder abgebaut werden, doch die Stadt erkannte den künstlerischen Wert und beschloss 1929 den Erhalt.

"Ursprünglich war der Brunnen hohl, ab 1983 wurde er mehrfach notgesichert und repariert, ab den 90er-Jahren im Auftrag des Freistaates", so Dyroff. Erst im neuen Jahrtausend wird der Brunnen im Inneren verfüllt und stabilisiert.

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"Jetzt ist er in einem Zustand, dass er weitere 100 Jahre durchhält", versichert Katrin Gorkan (59), Sachgebietsleiterin Ingenieurbau bei der SIB (Sächsisches Immobilien- und Baumanagement).

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Das historische Ausstellungsgelände am Großen Garten, um 1911.  © Brück & Sohn Kunstverlag
Hans Poelzig um 1927 - aus dem Atelier des Architekten stammt der Entwurf für den Mosaikbrunnen.  © Alexander Binder
Nach vierjähriger Restaurantion wurde 2016 der Brunnen im Stil des Art déco wieder in Betrieb genommen.  © Arno Burgi/dpa

Säuberung des Brunnens im Sommer aller vier bis fünf Wochen

Der Mosaikbrunnen nahe der Hauptallee im Großen Garten feiert 100. Geburtstag.  © Steffen Füssel

Jedes Frühjahr wird der Mosaikbrunnen von Dyroff per Hand geputzt. Mit einer Bürste - und Ameisensäure gegen den Kalk.

"Außerdem ersetze ich verloren gegangene Mosaiksteine. Im Sommer wird der Brunnen aller vier, fünf Wochen gesäubert." Solange Dyroff noch rüstig ist, will er den Brunnen in seiner Obhut betreuen.

Danach, so die Hoffnung, übernimmt seine Tochter Anna, die vier Jahre in Italien Mosaikkunst studiert hat, den Job.

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Vater und Tochter verraten die großen und kleinen Geheimnisse des Mosaikbrunnens zum Jubiläum morgen bei zwei öffentlichen Vorträgen (13/15 Uhr) direkt am Brunnen.

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