Streit um nächsten Abschnitt: Campuslinie wird zum Politikum

Dresden - Stück für Stück wächst die Campuslinie. Derzeit entsteht der 1,7-Kilometer-Abschnitt zwischen Nossener Brücke und Nürnberger Platz. Doch über den nächsten Abschnitt bis zum Wasaplatz gibt es weiterhin Zoff.

Stadträte streiten über die Verkehrsführung auf diesem Abschnitt der Caspar-David-Friedrich-Straße und rund um den Wasaplatz.  © Thomas Türpe

Am Montag wurde noch der Baustart gefeiert, am Mittwoch steht Baubürgermeister Stephan Kühn (46, Grüne) im Bauausschuss wieder unter Beschuss. Dort präsentiert er erneut Pläne für den dritten Bauabschnitt. Knackpunkt: die Verkehrsführung auf der Caspar-David-Friedrich-Straße.

Hier will Kühn beidseitig Radstreifen anbringen, Autos hinter der Straßenbahn herfahren lassen. Auf einem Abschnitt der Lockwitzer Straße soll der Autoverkehr ganz verschwinden, dafür die Einbahnstraßenregelung auf der Lannerstraße wegfallen.

"Wir stimmen dagegen", sagte Fraktions-Chef Holger Zastrow (57) vom Team Zastrow im Vorfeld. "Die Pläne werden den Praxistest nicht überstehen."

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CDU und AfD positionieren sich ähnlich, warnen vor Verkehrschaos am Wasaplatz. Stadtrat Marco Dittrich (39, AfD): "Es würden zahlreiche Parkplätze wegfallen, zum Nachteil von Anwohnern und Gewerbetreibenden."

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Fraktions-Chef Holger Zastrow (57, Team Zastrow).  © Norbert Neumann
AfD-Stadtrat Marco Dittrich (39).  © Norbert Neumann

Campuslinie in Dresden: Das droht, wenn die Umsetzung scheitert

Grünen-Fraktions-Chefin Agnes Scharnetzky (38).  © Thomas Türpe

Doch der Baubürgermeister warnt vor einer Ablehnung der Rathausvorlage (kommt am 25. Juni in den Stadtrat).

Es gebe zwar einen alten Beschluss, der habe bei der Planfeststellungsbehörde aber keine Chance auf Genehmigung. Sollte die Campuslinie nicht vollständig umgesetzt werden, müsse die Stadt womöglich Abermillionen an Fördergeldern zurückzahlen.

Grünen-Fraktions-Chefin Agnes Scharnetzky (38) springt Kühn bei: "Der Kompromiss der Verwaltung ist gangbar. Wir brauchen die Campuslinie, gerade auch als Entlastung für Anwohner, die sich aktuell in überfüllte Busse quetschen müssen."

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Zastrow dagegen: "Es wäre nicht schlimm, wenn die Campuslinie am Nürnberger Platz aufhört." Für die Finanzierung des nächsten Abschnitts fehle der Stadt Dresden sowieso das Geld, meint der Politiker.

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