Testphase kostet 50.000 Euro: Zugeparkte Louisenstraße wird im Sommer verwandelt

Dresden - Die weitgehend graue, trostlose Louisenstraße soll laut Rathaus lebenswerter werden. Jetzt steht fest, auf welchem Abschnitt Grünzeug und Sitzmöbel hinkommen könnten - schon im Sommer! Ein Grünen-Politiker ist euphorisch.

So zugeparkt ist die Louisenstraße aktuell. Das könnte sich ändern.  © Petra Hornig

Betroffen ist ein rund 150 Meter langer Abschnitt zwischen Alaunstraße und Rothenburger Straße, geht aus einer neuen Vorlage hervor. Hier sollen im Rahmen einer Testphase ("Sommerstraße 2026") sieben Pflanztröge, sechs Baumkübel und vier Sitzbänke installiert werden.

Dort parken aktuell Autos - viele Parkplätze würden wegfallen. Später könnten auch Straßenbäume, weitere Kübel, Bänke und Fahrradbügel folgen, überlegt das Amt.

"Es ist an der Zeit, dass der Verkehrsraum neu aufgeteilt wird", jubelt Stadtbezirksbeirat Norbert Rogge (53), der für die Grünen im Stadtbezirksbeirat sitzt. "Wer kein Anwohner ist, muss nicht zwingend an der Louisenstraße parken, sondern kann mit ÖPNV oder Taxi anreisen."

Dresden Lokal Innerhalb weniger Stunden: So schnell kann Dresden eine neue Brücke errichten

Er geht davon aus, dass die Mehrheit im Stadtbezirksbeirat der Vorlage zustimmen und 50.000 Euro für Begrünung und Möbel zuschießen wird. Das sind immerhin über 20 Prozent seines aktuellen Gesamtbudgets von 241.700 Euro.

Anzeige
Grünen-Politiker Norbert Rogge (53) gefällt das Projekt.  © Thomas Türpe
Wird der Stadtbezirksbeirat diesen Plan für eine "Sommerstraße 2026"bestätigen?  © Landeshauptstadt Dresden

Kritik an Projekt auf Louisenstraße: "50.000 Euro sind viel Geld"

Skeptisch: Stadtbezirksbeirätin Julia Sasse (43, Team Zastrow). Foto: Ove Landgraf  © Ove Landgraf

Auch aus diesem Grund äußert Stadtbezirksbeirätin Julia Sasse (43, Team Zastrow) Kritik an dem Vorhaben: "50.000 Euro für einen Testlauf sind wirklich viel Geld", sagt sie und bemängelt auch den erwarteten Wegfall von Parkplätzen.

"Der Parkdruck in der Neustadt ist jetzt schon groß, für Anwohner und Gewerbetreibende zählt jeder Parkplatz."

Hadi Hijazi (18) vom Restaurant Byblos hofft auf mehr Ruhe.  © Petra Hornig

Derweil ist Minijobber Hadi Hijazi (18), der im anliegenden Restaurant Byblos arbeitet, vorsichtig optimistisch. "Meine Hoffnung ist, dass mehr Grün eine beruhigende Atmosphäre schaffen kann. Zuletzt hatten wir Probleme mit Unruhestiftern."

Am 23. Februar entscheidet der Stadtbezirksbeirat.

Mehr zum Thema Dresden Lokal: