In vielen Städten schon mit Taxis unterwegs: Warum sich Dresden gegen Uber wehrt

Dresden - Der US-Gigant Uber erobert Deutschland, vermittelt bereits in 70 Städten Fahrdienste, seit Oktober auch in Chemnitz. In Dresden würde das Unternehmen gerne starten. Doch das scheiterte bislang - auch am Widerstand der Taxigenossenschaft.

In anderen Städten wie Chemnitz ist Uber mit seinem Fahrdienst schon aktiv.  © imago/Jochen Tack

Anders als in den USA dürfen in Deutschland keine Privatpersonen für Uber mit ihren Autos Fahrgäste befördern. Stattdessen müssen die Amis mit lokalen Taxi- oder Mietwagenunternehmen kooperieren, die eigene Fahrer (mit Personenbeförderungsschein) beschäftigen. Letztlich tritt Uber mit seiner App dann als Vermittler zwischen Fahrgästen und Taxis sowie Mietwagen auf, kassiert für diesen Service eine Gebühr.

Mit seinem Essens-Lieferservice auf Fahrrädern ist Uber längst präsent. Doch anders als in vielen Großstädten konnten sie in Dresden mit ihrem Fahrdienst noch nicht Fuß fassen. "Im Moment haben wir leider noch nicht ausreichend Partner vor Ort und wir können auch noch nicht sagen, wann es so weit ist", sagt Sprecher Oliver Fritz (30).

Ein Grund dafür ist der Widerstand des Platzhirsches: Die Dresdner Taxigenossenschaft vermittelt Fahrten an rund 121 lokale Taxifirmen (die zahlen dafür Beiträge), verfügt damit über einen Pool von knapp 400 Fahrzeugen. "Wir haben die Betriebe vor einer Partnerschaft mit Uber gewarnt", sagt Vorstand Jan Kepper (49). Er hält nichts vom Uber-Geschäftsmodell, warnt vor hohen Gebühren, befürchtet Dumpingpreise.

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Als Teil des ÖPNV mit durchgängiger Beförderungspflicht könne man die Taxi-Dienstleistung nicht günstiger anbieten, so Kepper. Die Preise würden zudem von der Verwaltung und dem Stadtrat bestimmt.

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Die Taxigenossenschafts-Vorstände Jan Kepper (49) und Anja Zimmermann (51).  © Ove Landgraf
Mit seinem Fahrrad-Lieferservice für Essen ist "Uber Eats" auch in Dresden aktiv.  © imago/Sven Simon

Uber sieht sich "als Partner der Taxis"

Nicht genügend Taxi-Unternehmen als Partner gefunden: In Dresden konnte Uber noch nicht Fuß fassen.  © Steffen Füssel

Anders bei Mietwagenfirmen. Deren Kräfte müssen nach einer Fahrt zum Betriebssitz zurückkehren, der Service ist aber nicht preisgebunden. Meist ist die Fahrt für Kunden darum günstiger, wird zuvor schon als Festpreis angezeigt.

Auch hier hat Uber bereits Gespräche geführt, etwa mit dem Dresdner Mietwagen- und Chauffeur Service "8x8", der wie TAG24 zur DDV-Mediengruppe gehört. Grundsätzlich bestehe schon das Interesse an einer Kooperation, so ein "8x8"-Sprecher. Allerdings an Premium-Produkten wie "Uber Black", also der Beförderung mit gehobenen Fahrzeugen zu höherpreisigen Tarifen. Keinesfalls wolle man eine Konkurrenz zum Taxi sein.

Uber selbst sieht sich "als Partner der Taxis", so Fritz. Das Taxi-Gewerbe sei fast überall in einer tiefen Krise. Man wolle durch die Vermittlung über die Uber-App helfen, neue Zielgruppen und Erlösquellen zu erschließen, was Auslastung und Umsätze erhöhe.

Uber-Sprecher Oliver Fritz (30).  © PR

Genosse Kepper widerspricht: Man sei digital gut aufgestellt, vermittle über die App "Taxi Deutschland" schon rund 40 Prozent der Aufträge.

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