Verkehrsbürgermeister Stephan Kühn will's wissen: Warum fahren die Dresdner eigentlich Auto?

Dresden - Warum fahren Dresdner eigentlich Auto? Genau das will Verkehrsbürgermeister Stephan Kühn (46, Grüne) ergründen und ging darum in Austausch mit 20 Haushalten, die an drei oder mehr Tagen ihr Auto nutzen.

Verkehrsbürgermeister Stephan Kühn (46, Grüne).
Verkehrsbürgermeister Stephan Kühn (46, Grüne).  © Holm Helis

Er sei ja gelegentlich mit der Aussage konfrontiert, er mache nichts für Autofahrer, beginnt Kühn den Termin am Mittwoch im Stadtforum. Das könne er widerlegen, etwa mit dem "Reallabor Automobil".

Das ist eine Langzeitbefragung zum Mobilitätsverhalten, welche die Verwaltung zwischen Mai und Dezember vergangenen Jahres durchführen ließ. Nach öffentlicher Kampagne hatten sich knapp 350 Haushalte fürs Mitmachen beworben, von denen 20 über das Stadtgebiet verteilt ausgewählt wurden.

Ziel des Projektes und des Austauschs (etwa Interviews) war keine repräsentative Erhebung, sondern tiefere Einblicke in die Beweggründe der Nutzer für die Wahl des Autos zu gewinnen, ihre Erfahrungen auszuwerten.

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Laut früherer Erhebungen weiß man, dass knapp jeder vierte Dresdner nur das Auto nutzt, mehr als die Hälfte der Leute zwischen Pkw, Rad und ÖPNV in der Woche wechselt. "Wir wissen viel über Zahlen, aber nicht über die Motivation der Leute", so Abteilungsleiter Frank Fiedler (50).

Verkehrs-Umfrage in Dresden: Das sind die wichtigsten Erkenntnisse

Alltag, Zeitdruck und Komfort sind die wichtigsten Gründe für die Autonutzung.
Alltag, Zeitdruck und Komfort sind die wichtigsten Gründe für die Autonutzung.  © Thomas Türpe

Die wichtigsten Erkenntnisse: Typische Gründe für die Autonutzung sind Zeitfaktor (das Auto ist weiterhin schnellstes Verkehrsmittel) und Flexibilität, Bequemlichkeit und Komfort, körperliche Einschränkungen und Transportbedarf (etwa Kinder, Einkäufe).

Auch Autofahrer wollen keine asphaltierte Stadt, sondern sind an einer grünen Stadt interessiert. Für den Umstieg auf den ÖPNV müssten etwa günstigere Einstiegstarife angeboten, Bus und Bahn schneller und P&R-Angebote ausgebaut werden.

Die Ergebnisse sollen auch mit in die Mobilitätsplanung der Zukunft einfließen, auch Maßnahmen für die laufende Bürger-Befragung (dresden.de/mobiVOTE) wurden bereits angepasst.

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