Weggeflexter Text wieder da: Was wird jetzt aus dem Altmarkt-Mahnmal?

Dresden - Die Polizei ermittelt nach Dresdens großem Gedenken am 13. Februar nun wegen Sachbeschädigung an der Gedenkstelle am Altmarkt. Aber nicht, weil die CDU-Stadtratsfraktion ein eigenes Transparent mit dem von der Verwaltung weggeflexten Text am Mahnmal angebracht hat, sondern weil sich fünf Frauen an der Gedenkstelle daran zu schaffen machten ...

Das CDU-Transparent blieb heil. Flüchtige Frauen beschädigten am Mittwoch jedoch Kerzen und Kränze am Mahnmal.
Das CDU-Transparent blieb heil. Flüchtige Frauen beschädigten am Mittwoch jedoch Kerzen und Kränze am Mahnmal.  © Steffen Füssel

So wurden die Täterinnen Mittwochfrüh beobachtet, wie sie Kerzen umwarfen, Kränze zerstörten, diese auch in Müllsäcke packten.

Als die alarmierten Polizisten eintrafen, waren die Frauen bereits geflohen. Unbeschädigt blieb dagegen das Transparent mit dem originalen Gedenktext, das die CDU Dienstagfrüh an der steinernen Sitzbank angebracht hatte.

Laut Polizei wurden dazu keine Anzeigen gestellt, so ein Sprecher. Ohnehin liege keine strafrechtliche Relevanz vor, da dabei auch nichts beschädigt wurde. Der Eigentümer des Bauwerks (Q-Park) äußerte sich am Mittwoch zunächst nicht.

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Sogar für das Rathaus ist die eigenmächtige Neugestaltung des Mahnmals durch das Anbringen jenes Textes, den die Verwaltung selbst entfernen ließ, kein Grund zum Handeln.

Transparent auf dem Altmarkt stellt kein Problem dar

Bildungsbürgermeister und OB-Vertreter Jan Donhauser (54, CDU).
Bildungsbürgermeister und OB-Vertreter Jan Donhauser (54, CDU).  © Thomas Türpe

"Versammlungs- und ordnungsrechtlich ist das Transparent für die Versammlungsbehörde nicht relevant", teilt ein Sprecher mit.

Bürgermeister und OB-Vertreter Jan Donhauser (54), der selbst das CDU-Parteibuch trägt und nach dem Anbringen des Transparentes seiner Parteikollegen zum Mahnmal hinzugekommen war, dort der Toten gedachte: "Die Diskussion über den künftigen Umgang mit diesem Ort muss geführt werden. Das zeigen die Reaktion vieler Dresdnerinnen und Dresdner nach dem Entfernen der Inschrift."

Künftige Entscheidungen wolle die CDU-Fraktion weiter kritisch begleiten.

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Die Grünen verstehen "die Initiative der CDU als Einladung, sich weiter aktiv mit Gedenken in Dresden auseinanderzusetzen und immer wieder neu den Austausch zu suchen, wie Erinnerungskultur in der Gegenwart und Zukunft aussehen soll", so Agnes Scharnetzky (37).

Titelfoto: Steffen Füssel

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