Mindestens vier Mitarbeiter sollen Dresdens Terrorsperren verwalten
Dresden - Fast kein Markt, Fest oder Konzert mehr, das ohne Terrorsperren auskommt. Ihr Ziel: Anschläge verhindern, etwa auf dem Striezelmarkt. Auch der Frühjahrsmarkt (ab 24. April) wird mit Sperren umstellt. Ordnungsbürgermeisterin Eva Jähnigen (60, Grüne) plant weitere Änderungen.
Sollten private Veranstalter die Kosten tragen - oder die Stadt? Darüber, wer den "Zufahrtsschutz" bezahlen soll, war zuletzt Streit entbrannt. Im Dezember bat der Stadtrat die Verwaltung um eine Stellungnahme. Die liegt jetzt vor.
Ordnungsbürgermeisterin Jähnigen hält demnach daran fest, Veranstalter für Transport, Auf- und Abbau der Terrorsperren aufkommen zu lassen - gerade für kleine Events ein echter Kostenfaktor.
Marktveranstalter und Stadtrat Matteo Böhme (43, Team Zastrow) übt Grundsatzkritik: "Für Terrorschutz ist der Staat verantwortlich, Dresden darf die Kosten nicht einfach auf Private abwälzen."
Vier Stellen in der Verwaltung sollen sich nur mit Terrorsperren befassen, mittelfristig sei "die Notwendigkeit der Schaffung weiterer Stellen zu prüfen".
Eine gemeinsame Unterbringung wird angestrebt
Für eine reibungslose Logistik liebäugelt Jähnigen mit einem großen Lager für alle städtischen "Zufahrtsschutzelemente". Derzeit lagern einige an der Spenerstraße, andere bei externen Dienstleistern.
Um Kosten zu sparen, werde künftig eine dauerhafte, gemeinsame Unterbringung "mit den mobilen Hochwasserschutzelementen nördlich der Elbe angestrebt", heißt es. An anderer Stelle seien weitere Investitionen vonnöten.
Wegen veralteter Technik veranschlagt Jähnigen dieses Jahr einen Investitionsbedarf von 1,8 Millionen Euro, nächstes Jahr einen von 2,1 Millionen. 2025 hatte der Kauf weiterer Terrorsperren schon 1,7 Millionen Euro verschlungen.
Die Gesamtkosten seien "gegenwärtig noch nicht darstellbar", schreibt die Ordnungsbürgermeisterin. Aktuell wird eine Beschlussvorlage erarbeitet. Ob der Stadtrat alles abnickt?
Titelfoto: Bildmontage: Holm Helis, Steffen Füssel

