Dresden - Schon zum zweiten Mal wurde in dieser Woche ein "Zebra"-Streifen um die Verkehrsinsel an der Kreuzung Pfotenhauer- Ecke Arnoldstraße gemalt. Die Stadt stellt Strafanzeige und will Tausende Euro in die Hand nehmen, um es zu beseitigen. Aber könnte die familien- und rentnerreiche Johannstadt einen Fußgängerüberweg vor Ort nicht gut gebrauchen?
In der Nacht zum Donnerstag malte das "Widerstandskollektiv", ein Nachfolger der "Letzten Generation", Zebras auf die Pfotenhauer.
Keine 24 Stunden, nachdem die Stadt dort ebenfalls "illegal" hingeschmierte Zebrastreifen entfernen ließ. Kosten: 3300 Euro.
Die "bedauerliche" Aktion wird als "Sachbeschädigung an der Straße" bewertet, schreibt Bau-Referent Edwin Seifert auf TAG24-Nachfragen. Es stellte aber "keinen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr dar, wie die vorherigen Streifen".
Die Polizei hat Ermittlungen dazu bereits aufgenommen, die Stadt will den Schaden ersetzt haben. Fragen zur Verkehrssituation vor Ort blieben erneut unbeantwortet.
Hauptsache, die Johannstädter Nebenstraßen werden beruhigt?
Der Stadtbezirksbeirat Altstadt sieht das lagerübergreifend anders. Natürlich könne man "solche Guerilla-Aktionen" nicht gutheißen, sagt Steffi Melle (58, CDU) zu TAG24. "Wir würden die betroffenen Personen aber bei Anträgen unterstützen, wenn sie sich an uns wenden."
Auch der CDU sei die Sicherheit der Fußgänger wichtig. "Wir begrüßen es, wenn die Verwaltung alles übernimmt, damit die Kosten dafür gesenkt werden." Bis zu 110.000 Euro würden für so einen Überweg (samt Verkehrsinsel) fällig.
"Alles, was zur Beruhigung der Johannstädter Nebenstraßen beiträgt, wird von uns unterstützt", sagt Sachsens Grünen-Chef Martin Helbig (40) zu TAG24, ebenfalls im Beirat.
Mit Blick aufs kinderreiche Käthe-Kollwitz-Ufer und der alten Johannstadt könnten sie sich dort flächendeckend Tempo 30 vorstellen.