Nach Mord in Dresdner Innenstadt: Erinnerung an grausames Attentat

Dresden - Am 4. Oktober vor zwei Jahren stach ein Islamist (22) mitten im Dresdner Zentrum auf zwei Männer ein. Er verletzte einen (55) schwer, tötete gar den anderen (†55). Am morgigen Dienstag jährt sich das Attentat. Mit einer Gedenkveranstaltung soll an den Vorfall erinnert werden.

Direkt nach der Messer-Attacke wurden Blumen am Tatort Blumen und Kerzen niedergelegt. Jetzt jährt sich das Attentat zum zweiten Mal.
Direkt nach der Messer-Attacke wurden Blumen am Tatort Blumen und Kerzen niedergelegt. Jetzt jährt sich das Attentat zum zweiten Mal.  © Norbert Neumann

Besonders schrecklich: Der Syrer war erst fünf Tage auf freiem Fuß als er den Messer-Mord 2020 beging. Er wurde 2018 verurteilt, weil er den IS unterstützte und einen anderen Anschlag bei den Filmnächten am Elbufer in Dresden plante.

Schon wenige Tage nach der Tat konnte Abdullah A. H. H. gefasst und in U-Haft gesteckt werden. Vor Gericht sagte er schließlich aus, dass er es bedauere, dass nur einer durch seine Attacke starb. Er hatte etwas gegen die Lebensweise der homosexuellen Männer aus NRW, die in Dresden ihren Urlaub verbrachten.

Vergangenes Jahr erhielt er für Mord und schwere Körperverletzung lebenslange Haft, der Bundesgerichtshof bestätigte das Urteil. Über eine anschließende Sicherungsverwahrung soll zu einem späteren Zeitpunkt separat entschieden werden.

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Am morgigen Dienstag wird an der Straßenkreuzung, wo sich die schlimmen Szenen abspielten, dem Opfer gedacht.

Um 15 Uhr treffen sich Politiker, deren Vertreter und Dresdner an der Ecke Schloßstraße und Rosmaringasse. Das Ensemble des Sächsischen Landesgymnasiums für Musik Carl Maria von Weber Dresden wird den musikalischen Rahmen bilden.

Wo die Männer (55, †55) niedergestochen wurden, befindet sich jetzt das Restaurant Platzhirsch. Dort wird am Dienstag die Gedenkveranstaltung abgehalten.
Wo die Männer (55, †55) niedergestochen wurden, befindet sich jetzt das Restaurant Platzhirsch. Dort wird am Dienstag die Gedenkveranstaltung abgehalten.  © Holm Helis
Abdullah A. H. H. (22) wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Über eine anschließende Sicherungsverwahrung wird später entschieden.
Abdullah A. H. H. (22) wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Über eine anschließende Sicherungsverwahrung wird später entschieden.  © Ove Landgraf

Vertreter von Lokal- und Bundespolitik in Dresden erwartet

Äußern wollen sich Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (45), der Beauftragte der Bundesregierung für die Anliegen von Betroffenen terroristische und extremistische Anschläge im Inland, Pascal Kober (51), vertreten durch seine Leiterin der Geschäftsstelle Cornelia Faber-Nolte, die Opferbeauftragte der Sächsischen Staatsregierung, Iris Kloppich (69), und die Referatsleiterin der Staatssekretärin im Sächsischen Staatsministerium der Justiz und für Demokratie, Europa und Gleichstellung, Uta Leupold.

Bürgermeisterin Klepsch teilte schon vorab mit: "Der Anschlag vom 4. Oktober 2020 war ein Angriff auf unsere offene, vielfältige und tolerante Stadtgesellschaft, auf unsere Art zu leben, auf unsere pluralistische und freiheitlich-demokratische Grundordnung. Unsere Gedanken sind an diesem Tag bei den Opfern und Angehörigen des furchtbaren Anschlags von vor zwei Jahren. Ihnen gilt unser tiefes Mitgefühl."

Und weiter: "Wir dürfen nicht nachlassen, uns allen Kräften, die unsere freiheitliche und vielfältige Gesellschaft angreifen, entschlossen entgegenzustellen. Das sind wir auch den Opfern dieser schrecklichen Tat schuldig. Denn: Wir alle sind das Ziel gewesen."

Los geht's um 15 Uhr vor dem Restaurant Platzhirsch.

Titelfoto: Montage: Norbert Neumann, Holm Helis

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