Nichts wie ran! Hier könnt Ihr süße Früchte selber pflücken

Sachsen - Regional, frisch vom Feld, eigenhändig geerntet - und das ganz ohne eigenen Garten. Selbstpflücke macht es möglich und wird immer beliebter. Wo Ihr in Sachsen was ernten könnt, worauf Ihr achten solltet und was als nächstes reif wird: Wir haben uns auf die Spur der Selbstpflücker begeben. Also greift Euch ein Körbchen und kommt mit...

Die Bäume von Obstbauer Robert Rüdiger (36) hängen voll mit süßen Kirschen und können von Selbstpflückern geerntet werden.
Die Bäume von Obstbauer Robert Rüdiger (36) hängen voll mit süßen Kirschen und können von Selbstpflückern geerntet werden.  © Eric Münch

Die Körbchen gut gefüllt haben bereits Horst Feuer (82) und seine Enkelin Jara (14). Sie sitzen zwischen voll behangenen Erdbeerpflanzen der Sorte Laetitia - leicht säuerlich, aber reich tragend -, naschen hier und pflücken da ein paar Früchtchen für später. Einige davon werden noch am Nachmittag auf einem Erdbeerkuchen landen.

Bereits zum zweiten Mal sind die Dresdner auf den Feldern von Obstbauer Robert Rüdiger (36) unterwegs. Noch zwei bis drei Wochen wird es die begehrten roten Früchte mit klangvollen Namen wie Clery oder Malwina bei ihm zu ernten geben. 

Die beste Zeit dafür ist übrigens früh morgens. "Dann haben die Früchte noch die Kälte von der Nacht in sich", erklärt Rüdiger. Dadurch würden sie nicht so schnell matschen.

Doch mit dem baldigen Aus der Erdbeerernte ist die Saison längst nicht zu Ende. Vielmehr beginnt sie gerade erst für die vielen Selbstpflücker. 

Bei schönem Wetter sind das täglich schon mal zwischen 200 und 300, samstags auch bis zu 900, die sich in Hosterwitz auf die "Jagd" begeben. Den typischen Selbstpflücker gäbe es dabei nicht. 

Rüdiger: "Die Älteren kommen meist zeitig, die jungen Leute nachmittags."

Nach den Erdbeeren kommen Süßkirschen und Himbeeren

Liegen den süßen Früchten zu Füßen: Dr. Horst Feuer (82) und seine Enkelin Jara Jaeschke (14) pflücken in Hosterwitz fleißig Erdbeeren.
Liegen den süßen Früchten zu Füßen: Dr. Horst Feuer (82) und seine Enkelin Jara Jaeschke (14) pflücken in Hosterwitz fleißig Erdbeeren.  © Eric Münch

Schon jetzt können sie auch die ersten Süßkirschen pflücken. Ende der Woche dürften Himbeeren sowie schwarze, rote und weiße Johannisbeeren das Angebot bereichern. Bis in den Oktober hinein geht das so weiter. 

Stachel- und Jostabeeren, aber auch Bohnen werden im Juli noch erntereif. Im August sind Brombeeren und Pflaumen dran, ab September dann die Äpfel. Auch Blumen wie Gladiolen, Dahlien oder Sonnenblumen können selbst geschnitten werden.

Etwa die Hälfte der insgesamt 31 Hektar, die Robert Rüdiger bewirtschaftet, sind für die Selbstpflücker gedacht. Und es sollen noch mehr werden. So tüftelt der Obstbauer am Anbau von Wassermelonen. 

"Ich fahre viel mit dem Auto durch Europa und mir gefällt das, wenn die Melonen am Straßenrand liegen. Das will ich auch", schwärmt er. Ebenso soll es künftig mehr Heidelbeer-Sträucher geben. Tafelwein hat er schon gepflanzt. 

"Mal sehen, ob wir den auch zur Selbstpflücke anbieten", ist sich Rüdiger noch unschlüssig.

Erst 2016 hatte er den ehemaligen Obsthof Schlage übernommen - und daraufhin viel umgekrempelt. "Wir haben alles auf Selbstpflücke und Direktvermarktung umgestellt", erzählt er. "Ich wollte mich einfach nicht vom Großhandel abhängig machen." Außerdem spare er so hohe Erntekosten. 

"Und die Leute nehmen es gut an", freut er sich und rät: "Die Leute sollen ruhig erstmal probieren und dann pflücken, was ihnen schmeckt."

Hier kann man saisonal mehr als nur Erdbeeren ernten:

Süße Früchtchen selbst zu pflücken macht großen Spaß.
Süße Früchtchen selbst zu pflücken macht großen Spaß.  © Eric Münch

Meissner Obstgarten Geisler, Reichenbach Nr. 7, 01665 Klipphausen (www.meissner-obstgarten.de), Angebot: Kirschen, Aprikosen, Pflaumen, Äpfel

Obstbau Robert Rüdiger, Pillnitzer Landstraße 301, 01326 Dresden (www.obstbau-ruediger.de), Angebot: Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Stachelbeeren, Johannisbeeren, Bohnen, Physalis, Äpfel, Kirschen, Pflaumen

Gut Pesterwitz, An der Winzerei 1b, 01705 Pesterwitz (www.gut-pesterwitz.de), Angebot: Erdbeeren, Kirschen, Äpfel

Obstgut Seelitz, Talstraße 2, 09306 Seelitz (www.wp.obstgut-seelitz.de), Angebot: Erdbeeren, Äpfel

Erlebnisplantage DD-Lockwitz, Lockwitztalstraße, 01259 Dresden (www.spargelhof-ponickau.de), Angebot: Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Heidelbeeren

Obstbau Görnitz, Cliebener Straße 99, 01640 Coswig (www.obstbaugemeinschaft.de), Angebot: Erdbeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren, Aroniabeeren, Äpfel

Agrarhof Gospersgrün, Schulstraße 1, 08427 Fraureuth OT Gospersgrün (www.agrarhof.de), Angebot: Erdbeeren, Himbeeren, Gojibeeren, Aroniabeeren

Erlebnisplantage DD-Weißig, Bautzner Landstraße, 01328 Dresden (www.spargelhof-ponickau.de), Angebot: Erdbeeren, Himbeeren, Heidelbeeren

Stolle-Obst, Teichweg 6, 02681 Schirgiswalde-Kirschau (www.stolle-obst.de), Angebot: Erdbeeren, Äpfel

Fruchthof Hammer, Dorfstraße 19, 04769 Naundorf (www.fruchthof-hammer.de) Angebot: Erdbeeren, Himbeeren, Heidelbeeren

Kein Anspruch auf Vollständigkeit; Änderungen vorbehalten

Was darf man und was nicht?

Stehen Strauch oder Baum auf Privatgrund, ist das Naschen Diebstahl. Auch wenn der Ast über den Zaun in den öffentlichen Raum ragt, gilt: Finger weg! Die Frucht bleibt in Privatbesitz, selbst wenn sie herunterfällt. Wer sichergehen will, fragt am besten nach.

Bei der Ernte auf öffentlichen Flächen gilt: Das Aufsammeln oder vorsichtige Pflücken in Griffhöhe ist für den baldigen Eigenverzehr erlaubt. Die Besteigung der Bäume zu Erntezwecken oder das Abschlagen von Obst sind jedoch wegen des Gehölzschutzes verboten! 

Auch das Ernten mit Obststiegen oder Verladen von Obst auf Kraftfahrzeuge ist untersagt.

Titelfoto: Eric Münch

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