Dresden - Montag bis Sonntag, früh, mittags, abends - das Befüllen von Tablettenboxen durch Pflegekräfte kostet nicht nur Zeit, sondern ist auch fehleranfällig. Beides will Apotheker Michael Gäbe (36) von der Striesener "Knut-Apotheke" vermeiden. Er bietet für ambulante wie auch stationäre Pflegeeinrichtungen eine maschinelle Medikamenten-Verblisterung in Reinraum-Standard mit fotooptischer Endkontrolle an.
Gäbe ist in vierter Generation Apotheker und weiß, was seine Kunden benötigen. "Statt manuell Pillen in eine Box zu füllen, sollen Pfleger ihre Zeit lieber dem Patienten widmen", wünscht er sich. 20 Pflegediensten und Pflegeheimen mit rund 1300 Patienten in und um Dresden bietet er seinen Service an.
Für jeden Patienten werden die Pillen für eine Woche im Voraus dosiert. In der Reihenfolge der Einnahme werden die Pillen in abreißbare Segmente eingeschweißt. Auseinander gerollt ergeben sie eine Plastik-Schlange.
Rund 2,1 Millionen Tagesdosen lässt Gäbe pro Jahr einschweißen - den Job übernimmt (noch) ein Unternehmen im Vogtland. Ab Ende 2027 will Gäbe selbst in Striesen Medikamente dosieren und dafür bis zu 150.000 Euro investieren.
Im Sinne der Patienten gut angelegtes Geld: "Unser Pflegedienst spart durch die automatische Dosierung zehn bis 15 Stunden Arbeitszeit pro Woche ein", bestätigen Romy Schneider (42) und Jasmin Schmähl (28) vom ambulanten Pflegedienst advita Dresden.
Rundum-Servie in Sachsen keine Kassenleistung
Die Knut-Apotheke stimmt sich digital mit den Pflegediensten ab, bestellt nach, reagiert auf Rezeptänderungen, überprüft Wechselwirkungen von Medikamenten.
Die bittere Pille: Der Rundum-Service ist in Sachsen keine Kassenleistung.