Artenschutz, Erholungsraum, Schwingungen: OB Hilbert macht plötzlich gegen Windräder mobil

Dresden - Windräder im Schönfelder Hochland und in der Heide? Diese Aussicht polarisierte zuletzt den Stadtrat. Denn nach Plänen des Regionalen Planungsverbands könnten hier "Vorranggebiete" entstehen. Jetzt macht auch Oberbürgermeister Dirk Hilbert (54, FDP) dagegen mobil.

Hat Stellung bezogen: Oberbürgermeister Dirk Hilbert (54, FDP).  © Norbert Neumann

Ein Bundesgesetz verpflichtet die Bundesländer zur Ausweisung neuer Windkraft-Flächen, doch Dresden wehrt sich.

Zuletzt standen Flächen in der Heide (80 Hektar oder 112 Fußballfelder groß), am Triebenberg (50 Hektar) und in Rossendorf (33 Hektar) zur Debatte. Im Stadtrat entbrannte Streit: Mit Stimmen von CDU, AfD, Team Zastrow und BSW bekam der OB zuletzt den Auftrag, sich dagegen starkzumachen.

Jetzt liegt TAG24 seine Stellungnahme vor. Er übt tatsächlich scharfe Kritik an den Plänen.

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"Eine Windkraftanlage würde die Landschaft räumlich dominieren und den Maßstab der dörflichen Strukturen durch seine schiere Größe und den industriellen Charakter der Anlage sprengen", schreibt Hilbert zur Idee, Windräder am Triebenberg aufzustellen.

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Werden Heide und Hochland in Zukunft von Windrädern durchzogen? Widerstand ist längst da.  © Montage: IMAGO/imagebroker

Holger Zastrow (Team Zastrow) zeigt sich erleichtert

Bereits im März protestierten die Stadträte Robert Reschke (41, l.) und Holger Zastrow (57, beide Team Zastrow) gegen Windräder.  © Steffen Füssel

Auch in der Heide drohe ein Eingriff in einen "identitätsstiftenden, historisch gewachsenen Kultur- und Erholungsraum".

Hinzu komme der Artenschutz, denn Fledermäuse und Rotmilane beziehen auf den infrage stehenden Flächen Quartier. Und die sensible Messtechnik im Forschungszentrum Rossendorf könnte durch Windrad-Schwingungen gefährdet sein.

Fraktions-Chef Holger Zastrow (57, Team Zastrow) erleichtert: "Zum Glück hat der Oberbürgermeister den Stadtratsbeschluss umgesetzt. Ich denke schon, dass seine Stellungnahme etwas bewirkt."

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Ein Risiko bleibt: Verfehlt der Freistaat die Landes-Flächenziele für Windkraft-Gebiete (1,3 Prozent bis 2027, 2 Prozent bis 2032), wären Windräder fast überall zulässig.

So sieht ein Windrad im Bau aus.  © imago/imagebroker

BSW-Fraktions-Chef Ralf Böhme äußert sich klar

BSW-Fraktions-Chef Ralf Böhme (52) begrüßt das Schreiben des OB.  © Norbert Neumann

"Aber in Dresden würde sich keiner trauen, ein Windrad zu bauen", sagt BSW-Fraktionschef Ralf Böhme (52).

"Der politische Preis ist inzwischen zu hoch. Windräder im Stadtgebiet widersprechen ganz offensichtlich dem Willen der Bevölkerung ..."

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