Damit Wohnen wieder bezahlbar wird: Mieterverein Dresden nimmt jetzt die Politik in die Pflicht

Dresden - 19.000 Haushalte aus Dresden und Umgebung sind Mitglieder. Jetzt warnt der Mieterverein Dresden dringlich wie selten vor einem "mehr als angespannten" Wohnungsmarkt - und fordert Stadt und Freistaat auf, mit allen Mitteln dagegen vorzugehen. Außerdem warnt der Verein vor Vonovia.

Jan Bröchler (49) ist Geschäftsführer des Mieterverein "Dresden und Umgebung".  © Steffen Füssel

Laut Verein wohnen 85 Prozent der Dresdner zur Miete. "Wer jetzt umziehen will, weiß, wie schwer es ist, eine Wohnung zu finden. Insbesondere im bezahlbaren Bereich", sagt Geschäftsführer Jan Bröchler (49).

"Der Leerstand ist extrem gering, das Angebot mehr als dürftig." Mit Blick auf die wachsende Stadt müssten eigentlich 2500 neue Wohnungen pro Jahr gebaut werden.

Da liege man deutlich drunter, es gebe wegen hoher Kosten kaum neu startende Bauprojekte, so Bröchler. In zehn Jahren würden zudem noch die städtischen Belegungsrechte für 10.000 Sozialwohnungen wegfallen, auch das müsse kompensiert werden.

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In seinen neuen Leitlinien fordert der Verein die Verlängerung der 2027 auslaufenden Mietpreisbremse (Miethöhe bei Neuverträgen höchstens zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete) sowie der Kappungsgrenze (Erhöhungen innerhalb von drei Jahren nur um maximal 15 Prozent).

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Bezahlbarer Wohnraum ist Mangelware. Währenddessen kämpfen Mieter in Prohlis gegen Vonovia-Mieterhöhungen, etwa an der Finsterwalder Straße (blaue Fassade).  © Steffen Füssel

150 weitere Ferienwohnungen im Stadtgebiet hinzugekommen

Am 27. Mai lädt der Verein zu einer Diskussionsveranstaltung ins Gewerkschaftshaus am Schützenplatz ein.  © Thomas Türpe

Die kommunale Wohnungsbaugesellschaft (WiD) müsse endlich mit Zuschüssen gestärkt werden, die Sozialquote für Neubauprojekte von aktuell mindestens 15 auf 40 Prozent erhöht werden, fordert Vereins-Vize und Ex-SPD-Stadtrat Vincent Seeberger (38).

Noch immer fehle ein Zweckentfremdungsverbot, 2025 seien 150 weitere Ferienwohnungen im Stadtgebiet hinzugekommen.

Ausgelastet seien die Rechtsberater mit Vonovia, die aktuell wieder Mieterhöhungsschreiben versenden, von denen viele nicht rechtens seien, warnt der Verein. Bereits 2025 habe man mit den Mietern 800 Widersprüche eingelegt.

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In ca. 150 Fällen habe Vonovia dagegen geklagt. Davon seien laut Verein mittlerweile 56 Fälle vor Gericht entschieden worden - mit einer Ausnahme in allen Fällen zugunsten der Mieter. Vonovia bestreitet den Vorwurf.

Am 27. Mai lädt der Mieterverein mit DGB zu einer Diskussionsveranstaltung (18–20 Uhr) ins Gewerkschaftshaus am Schützenplatz ein, Eintritt frei.

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