Die OB-Kandidaten im Kreuzverhör: Wie wollen Sie ÖPNV und Radfahren attraktiver machen?

Dresden - Sechs Kandidaten, sechs Tage, sechs Fragen: Am Sonntag sind die Dresdner aufgerufen, ihren neuen Oberbürgermeister zu wählen. Damit Ihr Euer Kreuz auch gut vorbereitet setzen könnt, haben wir die aussichtsreichsten Kandidaten ordentlich gelöchert.

Heute: Wie wollen Sie ÖPNV und Radfahren attraktiver machen?

Dirk Hilbert (50, M.) tritt offiziell für die "Unabhängige Bürger für Dresden" an, wird aber von CDU und FDP unterstützt. Albrecht Pallas (42) ist Kandidat der SPD, Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (56) von den Grünen.
Dirk Hilbert (50, M.) tritt offiziell für die "Unabhängige Bürger für Dresden" an, wird aber von CDU und FDP unterstützt. Albrecht Pallas (42) ist Kandidat der SPD, Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (56) von den Grünen.  © David Brandt, Unabhängige Bürger für Dresden & SPD Dresden/Julian Hoffmann (Montage)

Dirk Hilbert (50, "Unabhängige Bürger für Dresden")

Wir werden die Ausbauvorhaben der Stadtbahn beschleunigen, um so schnellstmöglich eine noch attraktivere Verknüpfung mit dem Dresdner Umland herzustellen. Außerdem werde ich die Multimobilität stärken und den Ausbau von weiteren MOBIpunkten forcieren. Das Rad als tagtägliches Fortbewegungsmittel gewinnt in unserer Stadt immer mehr an Beliebtheit, daher werde ich hier die geplanten Vorrangrouten realisieren sowie Radschnellverbindungen entstehen lassen.

Albrecht Pallas (42, SPD)

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Dresden Politik Top oder Flop? Experte checkt Dresdner Wahlplakate!

Mein Anspruch ist es, den Stadtverkehr zeitgemäßer, effizienter, digitaler und nachhaltiger zu organisieren. Dazu gehört für mich eine Beschleunigung der "Stadtbahn Dresden 2020" und weitere Ausbauprojekte des ÖPNV-Netzes. Dazu möchte ich die Ampelschaltungen an Fußgängerüberwegen überprüfen und verbessern lassen, im Schulumfeld grundsätzlich Tempo 30 ermöglichen und die Errichtung von Zebrastreifen an geeigneten Stellen vor Schulen voranbringen. Der Ausbau und die Sicherung von Radwegen ist für mich eine Selbstverständlichkeit.

Eva Jähnigen (56, Grüne)

Als Oberbürgermeisterin will ich die Verkehrsplanung künftig an der 'Vision Zero' (d. h. null Verkehrstote) orientieren und die Infrastruktur für Rad- und Fußverkehr deutlich ausbauen – auch mit Radschnellwegen ins Umland. Mein Ziel ist es, dass sich auch ein zehnjähriges Kind mit dem Fahrrad sicher durch Dresden bewegen kann. Den ÖPNV will ich mit ausreichend finanziellen Mitteln konsequent beschleunigen, barrierefrei gestalten und zielstrebig ausbauen, damit er eine gute Alternative zum Auto bietet.

Die Konzepte von André Schollbach, Maximilian Krah und Martin Schulte-Wissermann

Von links nach rechts: André Schollbach (43) geht für die Linken ins Rennen, Maximilian Krah (45) für die AfD und Martin Schulte-Wissermann (51) für die Piraten.
Von links nach rechts: André Schollbach (43) geht für die Linken ins Rennen, Maximilian Krah (45) für die AfD und Martin Schulte-Wissermann (51) für die Piraten.  © DIE LINKE, EP/Michel Christen & Piraten Dresden (Montage)

André Schollbach (43, Linke)

Soziale Gerechtigkeit fängt bei den Fahrpreisen an. Deshalb will ich dafür sorgen, dass die Fahrpreise für Bus und Bahn nicht immer weiter erhöht werden und das Sozialticket erhalten bleibt. Damit das Radfahren sicherer wird, werde ich Gefahrenstellen zügig beseitigen und für sichere Schulwege sorgen.

Maximilian Krah (45, AfD)

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Dresden Politik Im Radio war sie die "Kichererbse": Ex-Radiomoderatorin geht für die SPD ins Rennen!

Ich möchte eine Verkehrspolitik, die unsere Stadt für alle attraktiver macht, nicht nur den ÖPNV und das Fahrrad. Für den Radverkehr braucht es neue Radwegeverbindungen, die getrennt von KfZ-Verkehr verlaufen. Die Strategie des Radwegebaus mit dem Farbeimer ist in Dresden gescheitert – ich befürworte einen echten Radwegebau mit Baumaschinen. Für den ÖPNV befürworte ich die Ausbaupläne der DVB und werde mich bemühen, diese zu beschleunigen.

Martin Schulte-Wissermann (51, Piraten)

Der ÖPNV muss ausgebaut und die Fahrpreise gesenkt werden. Wir brauchen ein Investitionsprogramm für echte Fahrradinfrastruktur, das heißt Fahrradstraßen, Fahrradbrücken, Fahrradtunnel. Um dies zu finanzieren, müssen die Ausgaben für Neubau extrem teurer Autoinfrastruktur in Rad- und ÖPN-Verkehr umgelenkt werden.

Halbzeit bei unserer Serie 6x6 und noch kein Ende in Sicht! Am morgigen Donnerstag antworten die Kandidaten auf folgende Frage: Wie soll Dresden "deutlich vor 2050" klimaneutral werden?

Titelfoto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

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