Jetzt also doch! CDU-Fraktionschef Peter Krüger tritt zurück

Dresden - Die bröckelnde Fraktion, das Durchfallen des Wunschkandidaten Steffen Kaden (52, CDU) bei der Bürgermeisterwahl am Donnerstag und dazu die bundesweiten Schlagzeilen nach verbalen Ausrutschern bei Twitter waren am Ende zu viel: Am heutigen Sonntag ist Peter Krüger (62) als Chef der CDU-Fraktion im Dresdner Stadtrat zurückgetreten.

Nach seiner Twitter-Pöbelattacke tritt Peter Krüger (62) nun von seinem Amt als CDU-Fraktionschef zurück.
Nach seiner Twitter-Pöbelattacke tritt Peter Krüger (62) nun von seinem Amt als CDU-Fraktionschef zurück.  © Eric Münch

In dem Schreiben übernimmt Krüger die Verantwortung für die gescheiterte Kaden-Wahl und äußert sich auch zu seinem unangemessenen Tweet in Richtung der FDP-Bundespolitikern Marie-Agnes Strack-Zimmermann (64), die er als "Kriegstreiberin" beschimpfte.

Damit habe er der Fraktion, der Partei und sich selbst geschadet, so Krüger. Dabei stößt er auch auf Zustimmung und ist im Stadtrat mit seiner Meinung nicht allein.

Linke-Stadtrat Tilo Kießling (52) titulierte Strack-Zimmermann bei Twitter ebenfalls bereits als "Kriegstreiberin", die Waffen und Tote "geilgeilgeil" finde und forderte "Stracks in den Krieg". Tilo Wirtz (55, Linke) vertritt sogar die Meinung "Ukraimerika" habe Russland angreifen wollen.

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Krügers Rücktritt von der Fraktionsspitze ist kein Rückzug aus der Lokalpolitik. "Auf eigenen Wunsch wird er sich in Zukunft auf die fachliche Arbeit im Rat und das Wirken für seinen Wahlkreis konzentrieren", heißt es in einer Mitteilung der CDU Dresden.

Deren Kreisvorsitzender Markus Reichel (54) dankt Krüger "für seinen jahrelangen und unermüdlichen Einsatz für unsere Landeshauptstadt". Für Krügers Entscheidung hat Reichel Respekt: "Politische Verantwortung ist eine eigene Kategorie, in der nur wenige Größe zeigen können."

CDU-Spitze kommt noch am Sonntagabend zusammen

Heike Ahnert (42) und Mirko Göhler (36) könnten auf Peter Krüger folgen.
Heike Ahnert (42) und Mirko Göhler (36) könnten auf Peter Krüger folgen.  © Montage: Steffen Füssel, Jürgen Männel

Partei und Fraktion, deren Spitzen sich noch am Abend "zur strategischen Neuausrichtung im Hinblick auf die Wahl eines weiteren Beigeordneten" treffen, könnten sich nun wieder auf die Sacharbeit konzentrieren.

Die Fraktion muss außerdem einen neuen Vorsitzenden finden. Als Krügers bisherige Stellvertreter wären Heike Ahnert (42) und Mirko Göhler (36) mögliche Kandidaten.

Auch sie danken Krüger: "Wir wissen, was er für die Fraktion in den letzten Jahren geleistet hat."

Titelfoto: Eric Münch

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