Polizei-Kurs an der Radeburger Straße: Hier lernen Beamte, wie man Drogen- und Suff-Fahrer entlarvt

Dresden - Die einen lernen für den Job, die anderen, dass man doch lieber nüchtern fährt: Fünf Stunden lang bildete die Polizei ihre Beamten am Donnerstag an der Radeburger Straße weiter, wie man Suff- und Drogenfahrer erkennt. Das kostete einige den Führerschein.

EPHK Jürgen Jacobs (56) leitet die Verkehrsüberwachung in Dresden.  © Steffen Füssel

Entgegen dem Landestrend sind in Dresden die Rauschunfälle leicht zurückgegangen, trotzdem soll es demnächst mehr Kontrollen geben. Ein Widerspruch?

"Bei Betäubungsmitteln handelt es sich um Kontrolldelikte", sagt Hauptkommissar Jürgen Jacobs (56), Leiter der Verkehrsüberwachung. "Je mehr wir kontrollieren, desto mehr werden festgestellt."

Zudem endet nicht jede Fahrt in einem Unfall. Ein Problem ist jedoch, dass Schnelltests nicht alle Drogen oder auch beeinträchtigenden Medikamente erkennen.

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Deshalb wurden am Donnerstag 34 Beamte in einem Test geschult, der die Fahrtüchtigkeit zeigt. Nach zwei Tagen Kurs war das nun der praktische Teil.

Die "Qualifizierte Fahrtüchtigkeitsprüfung" (QFP) dürfen dann aber nur zertifizierte Beamte durchführen. Davon gibt es in Dresden aktuell fünf. Doch es sollen mehr werden. So machen die Weiterbildungs-Polizisten nur einen Teil des Tests: Fällt der Fahrer durch, muss einer der zertifizierten Polizisten ran.

Mitmachen muss man nur, wenn ein begründeter Verdacht besteht. Diesen lieferte ein älterer Herr, als er kurz vor der Kontrolle schnell das Steuer an seine Beifahrerin übergab.

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Gleich vor Ort wurden Urin-Proben geprüft.  © Steffen Füssel
Immer schön auf dem Strich laufen - für Nüchterne kein Problem.  © Thomas Türpe
Malinois Bruce (3) suchte nach Drogen und Bargeld, fand 15.000 Euro. Die waren aber legal.  © Steffen Füssel

Drogen bei Polizeikontrolle sichergestellt

Die Kontrolle führte zu langen Staus in der Radeburger Straße.  © Steffen Füssel

War der Alkoholtest negativ, gab es beim Test Probleme: Er musste mit den Augen einem Stift folgen, in "Kaffee-Bohnen" auf einer Linie, laufen oder auf einem Bein seine Zehenspitzen fixieren und von 1001 aufwärts zählen.

Weiter als bis 1013 kam er nicht. "Er zeigt deutliche Balance-Schwierigkeiten", bilanzierte der Beamte. Der ertappte Fahrer nahm's gelassen: "Alles gut. Wenn es der Verkehrssicherheit dient." Ein Urintest bei ihm zeigte auch keine Betäubungsmittel, jedoch wurde ihm Blut abgenommen.

"Bis zum Ergebnis kann es sechs Wochen dauern", so der Beamte. Doch seinen Führerschein ist er erstmal los: "Er hat die Tests nicht bestanden", erklärt der Polizist. "Somit ist er nicht fahrtüchtig."

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Doch nicht nur nach Rausch-Fahrern hielten die Beamten Ausschau: So blieb mancher Lieferdienst-Transporter liegen, weil der Fahrer keinen Führerschein hatte. Auch Drogen wurden sichergestellt.

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