"Rassismus gegen Weiße"? Neonazi-Demo nervt Touristen in der Altstadt

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Dresden - Nicht alle Demonstranten gingen am Sonnabend für eine bunte, friedliche Gesellschaft auf die Straße. Neonazi Max Schreiber (39) hatte zusammen mit der in "Heimat" umbenannten NPD und den "Freien Sachsen" zu einem Trauermarsch für Henry Nowak (†18) erst direkt an den Rand des CSD gerufen, wurde dann jedoch von der Versammlungsbehörde auf den Postplatz geschickt. Rund 75 Demonstranten fanden sich 17 Uhr ein.

Max Schreiber (39) hatte zu einem Trauermarsch für den verstorbenen Henry Nowak (†18) aufgerufen.
Max Schreiber (39) hatte zu einem Trauermarsch für den verstorbenen Henry Nowak (†18) aufgerufen.  © xcitepress/Tyran Sobadky

"Wir möchten Henrys herzzerreißende Geschichte nutzen, um etwas zum Besseren zu verändern", sagte Nowaks Vater zum Abschluss des Prozesses gegen den Mörder seines Sohnes.

"Wir wollen nicht, dass sein Tod dazu benutzt wird, weitere Spaltung, Hass oder Spannungen zu schüren."

Nowak war von einem Sikh mit einem Zeremonie-Dolch schwer verletzt worden, starb wenig später an den Verletzungen, während ihm die Polizei nicht glaubte und ihn in Handschellen anlegte.

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Der Wunsch des Vaters des Verstorbenen interessiert Max Schreiber recht wenig und so sammelten sich rund 75 Rechtsextreme auf dem Postplatz unter dem Motto "White lives matter!", am Rande wies vereinzelter Gegenprotest auf die 311 Todesopfer rechtsextremer Gewalt seit 1990 in Deutschland hin.

Die Demo zog über die Ostra-Allee, dort fiel auf, dass Schreibers Auto, das als Lautsprecherwagen diente, mit Axt und Spaten bestückt war. Eigentlich auf Versammlungen als gefährliche Gegenstände verboten, ließ die Polizei die Demo weiterziehen, da beides angeblich fest verschraubt und so nicht spontan nutzbar wäre.

Unter dem Motto "White lives matter!" zogen die Demonstranten durch die Stadt.
Unter dem Motto "White lives matter!" zogen die Demonstranten durch die Stadt.  © xcitepress/Tyran Sobadky
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Demonstrant soll Hitlergruß gezeigt haben

Gegen 18.30 Uhr war die Demonstration beendet.
Gegen 18.30 Uhr war die Demonstration beendet.  © xcitepress/Tyran Sobadky

Über das Terrassenufer zog die Demonstration auf den Theaterplatz, stellte dort das Trommeln und die Musik ab. Eine Auflage, um dortige Veranstaltungen nicht zu stören, die die Demonstranten für eine Schweigeminute nutzten.

Laut wurde es dann wieder am Neumarkt, zum Ärger von Touristen, die schnell die Freisitze der dortigen Restaurants wechselten.

Das wiederum erregte Schreibers Gemüt, nachdem er einige Minuten über "Rassismus gegen Weiße" und "No-Go-Areas in Prohlis" gesprochen hatte: "Umso schlimmer finde ich, dass man sich jetzt hier noch schnell umsetzt", schimpft er. "Weil ja hier irgendeine Nazi-Demo vorbeizieht."

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Zwischenzeitlich hatte sich auf wieder Protest am Rande der Demo eingefunden, auch am Start- und Endpunkt war eine Handvoll Gegendemonstranten vor Ort.

Grund zum Eingreifen hatte die Polizei aber nur bei den Rechtsextremen: Ein Demonstrant (56) soll den Hitlergruß gezeigt haben. 18.27 Uhr war auch diese Demo beendet.

Titelfoto: xcitepress/Tyran Sobadky

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