CSD trotzt Regen in der Dresdner Innenstadt: "Unser Motto ist so aktuell wie nie"

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Dresden - Mal knallte die Sonne, mal prasselte der Regen: Das alles konnte Tausenden Demonstranten beim 33. "Christopher Street Day" (CSD) am Samstag nicht die Stimmung nehmen. Lautstark und bunt lief der Zug durch Alt- und Neustadt, verbreitete Partystimmung. Bei letzterer wurde aber gegen Ende zur Zurückhaltung aufgerufen, besonders, wenn es dabei um Bratwürste geht.

Seit 12 Uhr demonstrierten die CSD-Teilnehmer am Samstag.
Seit 12 Uhr demonstrierten die CSD-Teilnehmer am Samstag.  © Thomas Türpe

Ab 11.30 Uhr wurde es auf dem Altmarkt voll, eine halbe Stunde später setzte sich der Zug durch die Seestraße in Bewegung. Hinter ein paar Bikern kam der Truck des Dresdner CSD, besetzt unter anderem mit der Queer-Beauftragten der Bundesregierung Sophie Koch (32, SPD) oder der Diabetes-Influencerin Lyn Künstner (34).

Unterstützt wurde die Mega-Demo durch CSDs aus anderen Städten, politische Parteien, Clubs und Unternehmen. Auch das Technische Hilfswerk (THW) war mit einem eigenen Truck unterwegs, ebenso wie die Deutsche Aidshilfe, die in der Demo Kondome verteilte.

Feierfreudig zog die Demo unter Disco- und Techno-Musik über die St. Petersburger zur Steinstraße, dann über die Albertbrücke in die Neustadt bis zum Alaunpark, wo es erst mal eine Pause gab. Über die Königsbrücker und Königstraße ging es dann zur Augustusbrücke, von dort aufs Terrassenufer.

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War das Ende noch auf der Brücke, füllte die Demo vorne bereits das komplette Terrassenufer.

Vom Regen ließen sich die Menschen nicht aufhalten.
Vom Regen ließen sich die Menschen nicht aufhalten.  © Jürgen Lösel/dpa
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Oberverwaltungsgericht gibt Dresdner CSD recht

Die Veranstalter hatten zuvor mit 10.000 Teilnehmern gerechnet.
Die Veranstalter hatten zuvor mit 10.000 Teilnehmern gerechnet.  © Thomas Türpe

Gegen 16 Uhr kam die Demo-Spitze wieder auf dem Altmarkt an, zu diesem Zeitpunkt eröffnete hier CSD-Chef Ronald Zenker (53) eine Kundgebung: "100 Prozent Mensch, ohne Wenn, ohne Aber - unser Motto ist so aktuell wie nie", sagt er.

"Die Würde des Menschen ist unverhandelbar, Menschenrechte gelten für alle ohne Ausnahme, ohne Bedingungen, ohne Wenn und Aber. Deshalb gehen wir auf die Straße. Deshalb sind wir sichtbar. Deshalb gibt es den CSD, denn Pride beginnt mit Protest, mit Menschen, die für ihre gleichen Rechte, Respekt und gesellschaftliche Teilhabe einstehen."

Das sei gerade heute wichtiger denn je, da queerfeindliche Gewalt zunehme. Zum Ende seiner Rede riet er den Teilnehmern scherzhaft, sich beim Bratwurstessen nicht zu sehr zu freuen, da das den politischen und damit den Versammlungscharakter gefährden könnte.

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Im Vorfeld des CSD hatte die Landesdirektion Teile des CSD als Veranstaltung, nicht als politische Versammlung eingestuft, argumentierte dabei unter anderem mit dem Verkauf von Bratwürsten. Das Oberverwaltungsgericht stufte allerdings im Eilverfahren noch mal alles als Versammlung ein, das Hauptverfahren darüber ist allerdings noch nicht entschieden.

Neben Reden gab es auf dem Straßenfest auch Musik der Indie-Band "Bruchbude", in der Nacht soll noch Star-DJ Felix Jaehn (31) auftreten. Die Polizei stellte keine Zwischenfälle oder Störungen fest.

Erstmeldung 16.47 Uhr, Update 20.05 Uhr.

Titelfoto: Jürgen Lösel/dpa

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