Pirna - Ohne Klappstuhl, Thermoskanne und Campinggeschirr wäre ein Ostsee-Urlaub zu DDR-Zeiten glatt ins Wasser gefallen. Und ohne diese Requisiten bekäme das Schlagermusical "Eine neue Liebe ist ..." (Premiere 25. Juni) beim Radeberger Theatersommer keinen Beifall. Deshalb ging Schauspieler Thomas Böttcher (60) auf "Einkaufstour" ins Pirnaer DDR-Museum von Inhaber Conny Kaden (62).
Aus der Requisitenbeschaffung wurde schnell eine Reise in Böttchers Jugendzeit - mit vielen "ach, gugge mal" und "das hatten wir och".
Denn Conny Kaden führte Böttcher erst durch die Museumsräume. Dann in die unzähligen Lagerräume in den darüber liegenden Etagen. Hier bekam Böttcher Schnappatmung - angesichts eines gigantischen Depots.
"Eigentlich wollte ich nur eine Thermoskanne, bisschen Geschirr und eine Tischschleuder mitnehmen, die man festhalten musste, damit sie nicht durch die Küche galoppiert", grinst Böttcher.
Aber den Verlockungen von blauer Dreiecksbadehose, bunter Kittelschürze und Geschirrtüchern aus der Konsumgüterproduktion konnte Böttcher einfach nicht widerstehen. "Das kommt alles auf die Wäscheleine vor unserem Bühnen-Campingwagen aus Pappe."
Und dann müssen auch noch Hühner-Eierbecher, Stern-Kofferradio, Tischdecke und blau-weiß-karierte Bettwäsche mit. Am liebsten hätte Böttcher auch noch eine Eiscafé-Bestuhlung eingesackt - aber da reichte der Platz im Auto nicht.
DDR-Museum hat einiges zu bieten: "Die längste Besuchszeit war mal acht Stunden"
Für Kaden war Böttchers Euphorie keine Überraschung: "Die Leute, die ins Museum kommen, entdecken ein Stück ihres Lebens wieder. Die längste Besuchszeit war mal acht Stunden."
Kein Wunder: Das Museum umfasst über 10.000 Exponate. Und Kaden hat noch längst nicht alles: "Ich suche noch eine echte Bambina-Schokolade und Trinkfix Heidelbeere."
Das Museum ist Dienstag bis Donnerstag (10–14 Uhr) sowie Samstag und Sonntag (10–16 Uhr) geöffnet. "Ich plane einen Ausflug mit meiner Bühnenbrigade. Das müssen die sehen", so Böttcher.
Wer ihn im DDR-Ostsee-Urlaubs-Musical erleben will: Es wird vom 25. bis 28. Juni und an sechs Tagen im Juli im Radeberger Schloss gespielt. Weitere Infos unter: radeberger-sommertheater.de