Riesenzoff hinter den Kulissen: Festival-Veranstalter beendet Zusammenarbeit mit TU Dresden

Dresden - Alles aus und vorbei: Das beliebte "Bergsichten - Berg+Outdoor Filmfestival" wird es an der TU Dresden vorerst nicht mehr geben. Der Veranstalter sowie der bekannte Alpinist Frank Meutzner (61), der einst eine enge Verbindung zur Lernstätte hegte, zogen nun endgültig die Reißleine. Der Grund: fehlendes Vertrauen und unerklärbar hohe Mietkosten.

Frank Meutzner (61) ist ein bekannter sächsischer Alpinist und organisierte über zwei Jahrzehnte lang das "Bergsichten - Berg+Outdoor Filmfestival" an der TU Dresden.  © Thomas Türpe

Seit 2004 zog das Festival rund 165.000 Besucher in das Hörsaalzentrum. "Das Besondere an der Veranstaltung war vor allem der Austausch zwischen Kletter-Legenden und den Besuchern", betonte der 61-Jährige gegenüber der TAG24-Redaktion.

Damit ist nun aber Schluss: Wie Meutzner erklärte, sei die Raummiete um rund 700 Prozent gestiegen. "Wir reden hier von einem fünfstelligen Betrag - die Kosten sind schlichtweg explodiert."

Während früher ein Filmblock zwischen vier und sieben Euro kostete, hätte der Veranstalter inzwischen 17 Euro verlangen müssen. "Das kann ich niemandem zumuten", so Meutzner.

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Wie die TU Dresden auf Anfrage mitteilte, habe man 2024 die Preisgestaltung für externe Raumvermietungen komplett überarbeitet. Grund dafür seien EU- und steuerrechtliche Vorgaben.

"Für 2025 konnten wir noch mal eine Vermietung zu den zuvor vereinbarten Konditionen für diese Veranstaltung ermöglichen, nicht aber für 2026", erläuterte die Uni. Kurz darauf habe der Veranstalter die Raummiete zurückgezogen.

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Neben Dokumentationen und Live-Vorträgen verzeichnete die Veranstaltung in ihrer Spitzenzeit bis zu 13.000 Zuschauer an einem Wochenende.  © Bergsichten Festival Dresden

Der Veranstalter betont deutlich: "Ich habe keine Lust zu betteln"

Für Meutzner war das Festival immer eine Herzensangelegenheit - er pflegte den persönlichen Kontakt zu den Besuchern.  © Bergsichten Festival

Neben den Kosten kritisiert Meutzner zunehmend auch den Umgang seitens der TU. "Für mich ist das einfach keine ordentliche Art der Zusammenarbeit."

Besonders verletzt habe ihn eine finanzielle Nachforderung: "Vergangenes Jahr hatte ich von Samstag zu Sonntag wieder einige Räume. Freitagabend, als die Hörsäle leer waren, habe ich dann schon einige Banner aufgestellt." Ein großer Fehler, wie sich herausstellte.

Die TU forderte von dem 61-Jährigen auch eine Vergütung für die Aufbauphase. "Ich habe keine Lust zu betteln", so Meutzner.

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