Stadtrat ebnet Weg für Sanierung des Fernsehturms

Dresden - Die Diskussion im Stadtrat war emotional, am Ende machte eine Mehrheit den Weg frei für die Sanierung des Fernsehturms in Wachwitz. Die Räte besserten das Verwaltungskonzept nach, damit Anwohner nicht gänzlich auf der Strecke bleiben.

Der Stadtrat machte den Weg für die Fernsehturm-Sanierung frei. (Archivfoto)  © Eric Münch

Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 25,6 Millionen Euro, von denen die Stadt etwa 6,4 Millionen Euro tragen soll. Hinzu kommen weitere Gelder für den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur im Umfeld, insgesamt damit rund acht Millionen Euro.

"Das ist viel Geld. Besonders in Zeiten, wo es hier in der Stadt an allen Ecken und Enden fehlt", mahnte Wolfgang Deppe (70, Grüne) und bemängelte auch das aus seiner Sicht unzureichende Betreiberkonzept. "Diese Vorlage ist nicht entscheidungsreif."

Ähnlich die SPD: Es gehe nicht um den faszinierenden Blick, das bemerkenswerte Ingenieurbauwerk oder die Eierschecke im Turmcafé. Angesichts der finanziellen Notlage der Stadt sei die Freigabe der Gelder das falsche Signal, kritisierte Stefan Engel (33, SPD).

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Umfeld und Nachbarschaft seien zudem in die Irre geführt worden. "Direkte Buslinien in die Innenstadt, Taktverdichtungen, Shuttles - davon ist wenig übrig geblieben". Das geplante Parkhaus mit 150 Plätzen sei zu einem Parkplatz mit 49 Plätzen zusammen geschrumpft worden.

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Die Kosten für die Sanierung des Fernsehturms belaufen sich auf rund 25,6 Millionen Euro.  © Norbert Neumann
Blick vom Turm auf den Parkplatz in Wachwitz. Neben dem Parkplatz mit 49 Stell-Plätzen sollen weitere Parkmöglichkeiten im Umfeld geschaffen werden.  © Hermann Tydecks

Zusätzliche Parkplätze sollen im Umfeld eingerichtet werden

Die Quohrener Straße zwischen Ullersdorfer Platz und Ortsausgang Bühlau soll bis zur Turmeröffnung grundhaft saniert werden.  © Stefan Häßler

Die CDU betonte, dass die Hilbert-Vorlage nachgebessert wurde. Das wirtschaftliche Risiko liege jetzt bei der Betreiber-Gesellschaft (Anm. d. Red.: Dazu gehört auch die DDV-Mediengruppe, zu der auch TAG24 gehört), so Fraktionschefin Heike Ahnert (44).

Weitere städtische Zuschüsse würden nicht fließen. Ihr Kollege Steffen Kaden (55) nannte auch Nachbesserungen für die Bewohner im Umfeld.

So soll die grundhafte Sanierung der Quohrener Straße zwischen Ullersdorfer Platz und Bühlau bis zur Turmeröffnung erfolgen, zusätzliche Parkplätze im Umfeld eingerichtet werden und man setze sich auch für Fußwege und eine verbesserte ÖPNV-Anbindung ein.

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Wenn man jetzt nicht die Entscheidung treffe, sei der Fernsehturm tot, warnte das BSW. Letztlich sprach sich eine Mehrheit mit 44 gegen 21 Stimmen für die "Herzensangelegenheit Fernsehturm" aus.

Damit kann die Sanierungsplanung weitergeführt werden, eine Eröffnung wird frühestens 2030 erwartet.

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