Tagsüber Verkäuferin, nachts Streamerin: Marie aus Dresden verdient spielend Geld!

Dresden - Ein Leben in zwei Welten! Tagsüber arbeitet Marie Wiedenbeck (27) im Elektronikmarkt. Nachts sitzt die Dresdnerin vorm Computer und zockt Spiele, während ihr Leute im Internet dabei zuschauen. Was als Hobby begann, ist über die Jahre ein Job geworden, mit dem sie viel Geld verdienen kann.

Wenn sie am Abend zockt, schauen ihr Hunderte zu. Mittlerweile kassiert Influencerin Marie Wiedenbeck (27) beim Spielen sogar Geld.
Wenn sie am Abend zockt, schauen ihr Hunderte zu. Mittlerweile kassiert Influencerin Marie Wiedenbeck (27) beim Spielen sogar Geld.  © Steffen Füssel

Ihren ersten PC hatte Marie schon mit sieben Jahren. "Da gab's noch Spiele auf Diskette", erinnert sie sich. Sie wuchs in Coswig auf, lernte nach der Mittelschule Einzelhandelskauffrau, berät heute Kunden in der Computer-Abteilung bei Media Markt.

Nach Feierabend teilt sie seit 2015 ihr Hobby öffentlich: Während sie am PC zockt und neue Spiele-Welten entdeckt, überträgt eine Kamera alles ins Internet an die Video-Plattform "Twitch".

Marie heißt dort "xMeowlinax". "Anfangs schaute nur eine Handvoll Leute zu", sagt sie. "Heute sind es schon mal 100 gleichzeitig."

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Der Weg zur "Influencerin" oder "Streamerin", wie Leute wie Marie genannt werden, war lang. Mindestens drei Sendungen ("Streams") überträgt sie pro Woche. Jede dauert fünf Stunden, meist bis weit nach Mitternacht.

Tagsüber arbeitet die Verkäuferin im Media Markt. Ein Job, der ihr auch viel Spaß macht.
Tagsüber arbeitet die Verkäuferin im Media Markt. Ein Job, der ihr auch viel Spaß macht.  © Steffen Füssel

Statt Fernsehen schauen vor allem junge Leute lieber Streamern zu

Als Streamerin muss Marie auch einiges investieren, um ordentliche Technik nutzen zu können. Dafür verdient sie auf Twitch aber auch bis zu 1000 Euro monatlich dazu.
Als Streamerin muss Marie auch einiges investieren, um ordentliche Technik nutzen zu können. Dafür verdient sie auf Twitch aber auch bis zu 1000 Euro monatlich dazu.  © Steffen Füssel

Auch in Technik wie Mikro, Kamera und Rechner investiert sie. Und ihre "Bühne", ihren Computer-Platz, richtet sie auch ein, zuletzt weihnachtlich. "Damit sich die Community wohlfühlt", erklärt Marie.

Sie geht auch auf Fragen der Zuschauer im Chat ein und unterhält sich. Sie teilt Alltag und Emotionen - sie weinte sogar, als sie vom Tod ihrer Großeltern berichtete.

Wer das wie Marie über Jahre macht, kann richtig bekannt werden. Mehr als 15.800 Fans interessieren sich für sie. Auf der Straße wird sie immer öfter erkannt. "Ein Fremder fragte mich kürzlich an der Haltestelle, ob ich am Abend wieder spiele."

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Denn bei jüngeren Generationen hat das Internet längst die Glotze abgelöst. Anstatt TV schaut die Jugend lieber Sendungen der Streamer zu - und zahlt dafür sogar Geld! Hunderte unterstützen Marie finanziell mit 3,99 Euro im Monat, dafür können sie ohne Werbepausen zusehen und fallen in der Fangemeinde auf. Marie verdient sich so bis zu 1000 Euro monatlich dazu.

Um mehr Zeit fürs Streamen zu haben, wird sie bald nur noch in Teilzeit arbeiten. "Ich werde meinen Beruf aber nicht aufgeben, mag den echten Kontakt mit Kunden", sagt sie. "Außerdem weiß ich nicht, ob ich nicht irgendwann die Lust am Spielen verliere."

Titelfoto: Steffen Füssel (2)

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