22-Jährige weigert sich, Zug zu verlassen: Viel Arbeit für Bundespolizei am Hauptbahnhof

Dresden - Mit einem Großaufgebot der Polizei versuchten die Beamten am Samstag dem befürchteten Ansturm von "Querdenker"-Teilnehmern und rechtsextremen Demonstranten Einhalt zu gebieten. Am Hauptbahnhof kam es zu einem größeren Zwischenfall.

Starke Präsenz am Hauptbahnhof: Zahlreiche Beamte kontrollierten am Samstag die Anreisenden in Dresden.
Starke Präsenz am Hauptbahnhof: Zahlreiche Beamte kontrollierten am Samstag die Anreisenden in Dresden.  © Bildmontage/Eric Hofmann

Am frühen Samstagmorgen stand es bereits fest: Die "Querdenken 351"-Demo darf nicht in Dresden stattfinden! Dennoch war die Polizei mit einem Großaufgebot unterwegs, stoppte hier und da Gruppierungen und brachte Verstöße zur Anzeige. TAG24 berichtete hier im Ticker über den "Demo-Samstag".

Die Dresdner Polizei zeigte sich zufrieden. Auch die Bundespolizei half mit ihrer Präsenz, anreisende Personen in die Schranken zu weisen. Dabei waren sie an vielen Haltestellen und vor allem auch am Hauptbahnhof vor Ort.

Schon während der Anreisephase kam es dabei zu einem größeren Zwischenfall. Eine 22-Jährige sollte angeblich keine Mund-Nasen-Bedeckung getragen haben.

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Bei näherer Kontrolle stellten die Beamten zwar fest, dass dem nicht so war, die Frau allerdings auf andere Art und Weise Probleme verursachte. Sie weigerte sich, den EuroCity zu verlassen, der aus Prag gekommen war.

Die junge Frau leistete extremen Widerstand. Daher musste sie gefesselt zur Wache der Bundespolizei am Bahnhof gebracht werden.

Es stellte sich heraus, dass die Dame bereits zu Beginn der Woche im Gleisbereich des Hauptbahnhofes herumgeirrt und daher der Polizei aufgefallen war. Ein Notarzt untersuchte die 22-Jährige. Anschließend wurde sie in ein Dresdner Klinikum gebracht.

Bundespolizei zufrieden mit Einsatz

Die Bundespolizei sprach zunächst mit mutmaßlichen Teilnehmern der abgesagten Demonstration. Dieser Mann machte durch sein Äußeres schnell auf sich aufmerksam.
Die Bundespolizei sprach zunächst mit mutmaßlichen Teilnehmern der abgesagten Demonstration. Dieser Mann machte durch sein Äußeres schnell auf sich aufmerksam.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Mit dem Widerstand der jungen Frau verzeichnete die Bundespolizei insgesamt drei Straftaten am Bahnhof.

Zwei Personen hatten gefälschte Atteste zur Befreiung von der Mund-Nasen-Bedeckung vorgezeigt. Dieses Vorgehen fällt unter dem strafbaren "Gebrauch von unrichtigen Gesundheitserzeugnissen".

Die Bundespolizei erteilte elf Personen Platzverweise und schickte 24 Menschen durch die "Heimreiseverfügung" der sächsischen Polizei wieder nach Hause.

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Rund 130 Anreisende wurden den Szenen der "Querdenker" sowie "Reichsbürger" zugeordnet. Auch Menschen der rechtsextremen Szene, die als "Gewalttäter Sport" polizeibekannt waren, wurden gestoppt.

Mehr als 150 Personen wurden am Hauptbahnhof belehrt, davon zeigte sich der Großteil einsichtig. Lediglich drei Reisende ließen nicht mit sich reden, gegen sie wurde ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet.

Rico Reuschel, der Polizeiführer der Bundespolizei, zeigte sich zufrieden mit dem Einsatz. Es sei eine unklare Lage gewesen, die die Beamten in Dresden erwartet hatte.

Bundespolizei unterstützt Dresdner Beamten

"Durch starke Präsenz, konsequentes Einschreiten und entschlossenes Handeln der Einsatzkräfte ist es uns gelungen, die friedliche und geordnete An- und Abreise aller Bahnreisenden sicherzustellen", fasste Reuschel zusammen. Mehr als 400 Beamte aus gesamt Deutschland waren im Einsatz gewesen.

Titelfoto: Bildmontage/Eric Hofmann

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