Wenig nachhaltig: Kommentar zum E-Scooter-Krieg in Dresden

Dresden - Umweltfreundlich, praktisch und sicher: So warben die E-Roller-Anbieter schon 2019 für ihre Vehikel, wollten Dresden elektrifizieren.

TAG24-Chefreporter Hermann Tydecks fordert eine Verlängerung der Lizenzen für E-Scooter.  © Eric Münch

Groß waren damals die Befürchtungen, dass die Stadt von zahllosen Rollern geflutet werden könnte.

Doch Anarchie und Chaos blieben aus, nachdem sich der Betrieb einpendelte und sich die Nutzer an die (später nachgebesserten) Regeln etwa zum ordnungsgemäßen Abstellen der Roller gewöhnten – auch wenn bis heute immer mal wieder ein E-Scooter oder auch E-Fahrrad "quer" parkt.

Um gegen möglichen Wildwuchs vorzugehen, beschloss der Rat 2022 auch die Sharing-Leitlinien der Verwaltung. Die sehen neben verschiedenen Betriebsgebieten (Innenstadt bis Außenbezirke) eine Beschränkung der Anbieter vor. Und einen Entscheid via Losverfahren, wenn zu viele Anbieter ihre E-Scooter anbieten wollen.

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Die geltende Regelung berücksichtigt allerdings nicht, ob ein Verleiher bereits mit Hunderten Rollern aktiv ist, entsprechende Infrastruktur, Werkstätten, Transportdienste mit Personal etabliert hat. Das Angebot wegen Los-Pechs zu verbieten, ist wenig nachhaltig.

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Seit 2019 prägen E-Roller das Dresdner Stadtbild.  © Holm Helis

Darum sollten Verlängerungen der Lizenzen künftig ermöglicht werden. Das wäre im Sinne der Anbieter, der Umwelt und der Nutzer, die sicher auch nicht ständig wechseln wollen.

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