Dresden - Für einen Geburtstagskuchen ist sie noch zu klein - gefeiert wird im Zoo Dresden trotzdem. Denn Orang-Utan-Mädchen Daria wurde gestern ein Jahr alt. Und das ist Anlass für den Zoo, Aufmerksamkeit auf die stark bedrohten Sumatra-Orang-Utans zu lenken.
Am 2. März 2025 brachte Orang-Utan-Weibchen Daisy ihre Tochter Daria zur Welt. Es war bereits das vierte Jungtier, entsprechend erfahren und fürsorglich geht Daisy mit Daria um.
Für Tierpflegerin Sylvia Pohle (63), die seit 45 Jahren im Zoo arbeitet, ist es übrigens das 17. Orang-Utan-Kind.
"Die Kindheit von Orang-Utan-Jungtieren zählt zu den längsten im Tierreich. Sie dauert bis neun Jahre und ist geprägt von einer intensiven Bindung zwischen Mutter und Jungtier", weiß Senior-Kurator Matthias Hendel (43).
In dieser Zeit lernen die jungen Orang-Utans alles fürs Leben. Und was kann Daria schon? "Sie entwickelt sich perfekt, kann bereits kurze Strecken selbstständig klettern und hangeln.
Ihre Aktivitätsphasen werden täglich länger, sie entdeckt spielerisch ihre Umgebung." Außerdem beobachtet sie sehr genau, was ihre Mutter tut und frisst.
Daria kann schon die erste feste Nahrung zu sich nehmen
Daria wird zwar noch bis zu einem Alter von vier bis sechs Jahren gestillt, kann aber schon erste feste Nahrung zu sich nehmen - ihr Milchzahngebiss ist komplett.
"Daisy entscheidet, was Daria bekommt, kaut es bei Bedarf auch vor. Daria kostet aber schon weiches Gemüse und Obst wie Tomaten, gedünstete Möhren und Pastinaken, Papaya oder Birne", erklärt Sylvia Pohle.
Darias Vater Toni schaut der Aufzucht einfach zu. Prinzipiell sind Orang-Utan-Männer Einzelgänger, die sich gern zurückziehen.
Damit Orang-Utans auch in ihrer Heimat geschützt leben können, fließt ein freiwilliger Artenschutz-Euro, den Zoogäste am Einlass spenden, in insgesamt 17 Schutzprojekte.
Von den 2025 eingenommenen 301.415 Euro kommen 35.000 Euro dem Bukit Tigapuluh Nationalpark zugute, der sich dem nachhaltigen Schutz des Lebensraums von Orang-Utans, Tigern und Elefanten auf Sumatra widmet.