Fotos von Radio-Moderatorin Mandy Engel auf Pornoseite: So ekelhaft sind die Kommentare

Leipzig - Private Fotos ohne Einwilligung auf der größten Pornoseite der Welt - eine Horrorvorstellung für wahrscheinlich jeden Menschen. Betroffen ist auch die Leipziger Radiomoderatorin Mandy Engel, die den Täter im Zusammenschluss mit 50 anderen Frauen an den Pranger stellte.

Privatfotos von R.SA-Moderatorin Mandy Engel wurden auf der weltweit größten Pornoplattform hochgeladen. Ohne, dass sie es wollte.
Privatfotos von R.SA-Moderatorin Mandy Engel wurden auf der weltweit größten Pornoplattform hochgeladen. Ohne, dass sie es wollte.  © Instagram/kleine_made

In der ARD-Reportage "Pornoland Deutschland - Von Süchtigen und Profiteuren" spricht die Stimme vom Sender R.SA nach wie vor peinlich berührt von ihren vergangenen zwei Jahren.

Damals bekam sie den Hinweis, dass private Fotos von ihr auf der Pornoseite "xHamster" zu sehen seien. Zwar keine Nacktaufnahmen, aber dennoch jene, die sie nie frei zugänglich gemacht hätte, erzählt sie.

Noch schlimmer seien die Kommentare darunter. "Kann man die auch fisten? Schreit die dann richtig laut? Machen die auch 'nen Dreier? Dieses hübsche Gesicht gehört vollgespritzt", soll dort zu lesen gewesen sein, bestätigt Engel.

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Auf einem im Ordner "MandySexySkinnyGermanGirl" veröffentlichten Foto war sie zudem mit ihrer Mama zu sehen. "Es wäre doch super spannend, Mutter und Tochter zusammen zu f***en", habe ein User kommentiert.

"Ich habe die Fotos seit zwei Jahren nicht mehr angeguckt, weil ich es nicht konnte. Das schnürt mir die Kehle zu. Das holt alle Emotionen wieder hoch, die man damals durchgemacht hat", sagt Mandy heute.

Sie ist eine von rund 50 betroffenen Frauen aus der Region Leipzig, von denen teilweise auch intime Schnappschüsse von Körperteilen wie der Brust, dem Po oder der Vulva enthalten waren und die die Petition "ourbodiesnotyours.com" gründeten.

Tatverdächtig war und ist ein DJ aus der "Drum and Bass"-Szene, wie TAG24 schon vor einem Jahr berichtete.

Strafverfolgung gegen Leipziger DJ in Mandy Engels Fall beendet

Zehntausende Menschen schauten sich die Fotos von Mandy Engel und rund 50 anderen Frauen aus der Region Leipzig an.
Zehntausende Menschen schauten sich die Fotos von Mandy Engel und rund 50 anderen Frauen aus der Region Leipzig an.  © 123RF/dmitrimaruta

Eine Anzeige beim Polizeirevier Leipzig-Südost löste ein Ermittlungsverfahren der hiesigen Staatsanwaltschaft gegen den damals 36-Jährigen aus - unter anderem wegen der Verbreitung pornografischer Schriften und der Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs.

Anfang Dezember 2021 wurde die Wohnung des Verdächtigen, der als einziger Zugang zu den Aufnahmen aller Geschädigten hatte, durchsucht und mehrere Datenträger beschlagnahmt.

Fast zwei Jahre nach Mandys Anzeige wurde allerdings von einer Strafverfolgung des Mannes in ihrem Fall Abstand genommen. Die zu erwartende Strafe würde angesichts der angeklagten Taten nicht besonders ins Gewicht fallen, sagte Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz auf TAG24-Anfrage. Wegen Geringfügigkeit sei jedoch keine Einstellung erfolgt, so Schulz.

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Mandy Engel ist schockiert: "Für Täter heißt das: Ich kann ungestraft Bild im Netz reinstellen, kommentieren und aufs Übelste beleidigen und mir passiert einfach nichts. Und das Opfer hat im besten Fall mehrere Jahre damit zu tun."

Aber: Für 2023 ist eine Verhandlung unter Beteiligung einer anderen Geschädigten geplant.

Immerhin: xHamster löschte Mandys Fotos. Und: User der Plattform müssen mittlerweile verifiziert sein, um Bild- und Videomaterial hochzuladen. Ein kleiner Trost.

Die Reportage "Pornoland Deutschland" - auch mit Fällen von Pornosüchtigen, Amateurdarstellern und dem Risiko für Minderjährige - seht Ihr auf Abruf in der ARD-Mediathek.

Titelfoto: Bildmontage: 123RF/dmitrimaruta, Instagram/kleine_made

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