Erfurt - Aufgrund eines starken, ungewöhnlichen Geruchs wurde die Polizei am Freitag zu einem Mehrfamilienhaus im Erfurter Stadtteil Herrenberg gerufen. Der Auslöser für den Gestank lässt besonders die Herzen von Tierfreunden bluten. Vier Katzen wurden vermutlich mehrere Tage lang alleine und ohne ausreichende Versorgung in der Wohnung zurückgelassen.
Gegen 10 Uhr rückten die Einsatzkräfte zum besagten Mehrfamilienhaus aus. Die Bewohner zeigten sich besorgt, weil auch der 22-jährige Mieter der Wohnung seit mehreren Tagen nicht gesehen worden war.
Deswegen bestand zunächst der Verdacht, dass er sich in einer hilflosen Lage befinden könnte, teilte die Polizei am Samstag mit.
Da der Mieter auch nach Eintreffen der Polizei die Tür weiterhin nicht öffnete, übernahm dies die Feuerwehr.
Im Inneren war keine Person zu finden. Doch die Ursache für den starken Geruch war schnell geklärt: Die Einsatzkräfte blickten in die Augen von vier Katzen, die sich offenbar seit mehreren Tagen ohne ausreichende Versorgung in der Wohnung befanden.
Veterinäramt nimmt Katzen in Obhut
Die vier Miezen waren in einem schlechten Allgemeinzustand und deutlich abgemagert. Wie lange sie sich alleine in der Wohnung befanden, ist derzeit nicht bekannt.
Das hinzugezogene Veterinäramt nahm die Katzen in Obhut, um die vier Tiere in einem Tierheim wieder aufpäppeln zu lassen.
Die Wohnung war stark verunreinigt und mit Exkrementen belastet. Die sommerlichen Temperaturen hatten die Geruchsentwicklung zusätzlich verstärkt.
Gegen den 22-jährigen Mieter wurde ein Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen des tierschutzrechtlichen Verstoßes eingeleitet.