Holzofen wird in Thüringen zur Energie-Alternative, doch es lauern teure Tücken

Erfurt - Immer mehr Haushalte suchen nach alternativen Heizmöglichkeiten. Eine davon ist ein Holzofen. Auch in Thüringen wächst der Holzofen-Anteil. Doch es gibt Tücken zu umgehen!

Den Angaben zufolge sind die Anfragen "hinsichtlich der Nutzung von Feuerstätten für feste Brennstoffe" gestiegen. (Archivbild)
Den Angaben zufolge sind die Anfragen "hinsichtlich der Nutzung von Feuerstätten für feste Brennstoffe" gestiegen. (Archivbild)  © Bernd Weissbrod/dpa

In Thüringen schaffen sich angesichts stetig steigender Energiepreise derzeit viele Hausbesitzer einen Ofen zum Heizen mit Brennholz an.

"Die Anfragen aus der Bevölkerung hinsichtlich der Nutzung von Feuerstätten für feste Brennstoffe sind stark gestiegen und steigen weiter", sagte Schornsteinfegermeister Matthias Jensch, Vorstand Technik bei der Schornsteinfegerinnung Thüringen, der Deutschen Presse-Agentur. Nach dem Aufbau und dem Anschluss des Ofens geht dann aber häufig der Ärger los: "Die benötigten Unterlagen sind häufig mangelhaft."

Aufstellen und an den Schornstein anschließen können die Neubesitzer ihren Ofen im Grundsatz selbst. Um den Ofen aber in Betrieb nehmen zu dürfen, muss durch den bevollmächtigten Bezirksschornsteinfegermeister die Tauglichkeit und sichere Benutzbarkeit der Abgasanlage bescheinigt werden.

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Einen Termin dafür gibt es laut Jensch in der Regel innerhalb eines oder zweier Tage einer Woche. Bei der Abnahme des Ofens müssen alle erforderlichen Unterlagen insbesondere hinsichtlich Einhaltung der strengen Vorschriften der ersten Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes vorliegen.

Dann wird es teuer!

Vor der Nutzung wird der Ofen beziehungsweise die Feuerungsanlage überprüft. Wer die Nutzungsabnahme nicht vornehmen lässt, auf den kann im Brandfall eine stattliche Summe zukommen. (Archivbild)
Vor der Nutzung wird der Ofen beziehungsweise die Feuerungsanlage überprüft. Wer die Nutzungsabnahme nicht vornehmen lässt, auf den kann im Brandfall eine stattliche Summe zukommen. (Archivbild)  © Wolfgang Kumm/dpa

Problem bei der ganzen Sache: Viele Interessenten bestellen sich einen solchen Ofen über das Internet. "Da steht der Kunde dann da und hat eine Bescheinigung in chinesischer Sprache in der Hand, mit der wir nichts anfangen können, oder die Ableitbedingungen sind nicht eingehalten", sagte Jensch.

Der Schornsteinfeger muss aber überprüfen können, ob der Ofen beziehungsweise die Feuerungsanlage den einschlägigen Vorschriften entspricht. Ansonsten kann das Gerät nicht zur Nutzung freigegeben werden.

Wenn die Prüfung der Unterlagen positiv ausfällt, wird der Anschluss an den Schornstein überprüft und schließlich die Nutzung genehmigt. Die Gebühr für die Prüfung liegt dem Schornsteinfegermeister zufolge im Eigenheimbereich bei weniger als 150 Euro.

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Es gebe aber auch immer wieder Fälle, in denen der Eigenheimbesitzer die Nutzungsabnahme gar nicht vornehmen lässt. "Keine gute Idee", meint Jensch. Denn es komme sehr häufig vor, dass ein Nachbar sich über zum Beispiel den Rauch beschwert. Liegt eine "Nutzung ohne Erlaubnis" vor, kann dies mit einem Ordnungsgeld geahndet werden.

Was aber wesentlich schwerer ins Gewicht fällt: Von unsachgemäß installierten Öfen geht eine extreme Brandgefahr aus. Selbst wenn dadurch keine Menschen oder ganze Gebäude zu Schaden kommen, könne sich allein der Feuerwehreinsatz schnell auf einen vierstelligen Betrag summieren.

Titelfoto: Bernd Weissbrod/dpa

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