Tausende demonstrieren friedlich beim CSD in Erfurt

Von Marie-Hélèn Frech

Erfurt - Mit einem bunten, vielfältigen Demo-Zug haben Teilnehmende des Christopher Street Days in Erfurt am Samstag ein Zeichen für Vielfalt und Toleranz gesetzt.

In Erfurt wurde am Samstag mit einem bunten, vielfältigen Demo-Zug ein Zeichen für Vielfalt und Toleranz gesetzt.  © Bodo Schackow/dpa

"Wir können bisher eine sehr positive Bilanz ziehen", sagte Carsten Gleitsmann, Sprecher des Vereins Erfurt Pride. Die Polizei sprach von etwa 3000 Teilnehmern.

Die Veranstalter nannten eine deutlich höhere Zahl. Bis zum späten Nachmittag verlief die Veranstaltung ohne größere Zwischenfälle, wie die Polizei weiter mitteilte.

Ziel der Veranstaltung sei es laut Gleitsmann unter anderem, deutlich zu machen, dass die CSD-Gemeinschaft in Erfurt zur Gesellschaft dazugehöre. Dabei sei es vor allem darum gegangen, Menschen zu bestärken, so zu leben, wie sie möchten, und Widerstandskraft gegenüber Menschen, die ihnen das absprechen wollen, zu entwickeln.

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Gleitsmann erinnerte zudem daran, dass Gewalt gegen queere Menschen nicht abstrakt sei. "Sie findet täglich statt." Er verwies etwa auf den Angriff auf eine Transfrau im August im sächsischen Dresden. Genährt werde die Gewalt durch Vorbehalte, die auch von manchen politischen Gruppen befeuert würden.

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Weitere CSD-Züge in Thüringen in den kommenden Wochen geplant

In Thüringen sind in den kommenden Wochen weitere CSD-Züge geplant.  © Bodo Schackow/dpa

Zu den besonders bekannten Fällen von Gewalt gegen queere Menschen zählt auch der Terroranschlag am 25. Juli im Berliner Tiergarten. Damals hatte ein 21-jähriger Attentäter mit einem Van am Rande des Berliner CSD mehrere Passanten angefahren - eine Frau starb und mindestens 31 Menschen wurden verletzt.

Der CSD erinnert an die Aufstände der queeren Community in der Christopher Street in New York City (USA) von 1969 und steht für die Sichtbarmachung und Gleichstellung queerer Menschen. Andere Bezeichnungen für die inzwischen vielerorts jährlich veranstalteten CSD-Demonstrationen sind "Pride Parade" oder "Gay Pride".

Als queer bezeichnen sich nicht-heterosexuelle Menschen beziehungsweise Menschen, die sich nicht mit dem traditionellen Rollenbild von Mann und Frau oder anderen gesellschaftlichen Normen rund um Geschlecht und Sexualität identifizieren.

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Weitere CSD-Züge sind in Thüringen in den kommenden Wochen geplant, unter anderem in Ilmenau und Gera.

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