Von Annett Gehler
Erfurt - Nach dem tödlichen Angriff beim CSD in Berlin gedachte die queere Community in Thüringen bei einer Mahnwache in Erfurt der Opfer.
Zu der Mahnwache um 18 Uhr am Erfurter Hauptbahnhof hatte das Bündnis aller Thüringer CSDs in den sozialen Medien aufgerufen. Rund 400 Menschen kamen nach Polizeiangaben zusammen. Damit solle Raum für gemeinsames Gedenken, Trauern und Solidarität geschaffen werden, hieß es.
Am späten Samstagabend war ein Auto am Rande des Berliner CSD in eine Menschenmenge gefahren. Die Behörden hatten nach dem Angriff nach dem 21-jährigen Abdul B. gefahndet, der mehr als ein Dutzend Menschen mit einem Van angefahren haben soll. Eine Frau wurde so schwer verletzt, dass sie starb.
Der Tatverdächtige, der den Angaben der Polizei zufolge polizeibekannt war und der islamistischen Szene in Berlin zugerechnet wurde, war am Sonntag bei einem Polizeieinsatz in Berlin getötet worden.
Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (49, CDU) zeigte sich erschüttert. "Der Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin erschüttert mich zutiefst. Meine Gedanken sind bei dem Opfer, allen Verletzten sowie ihren Angehörigen. Wer friedlich für Freiheit, Respekt und ein gutes Miteinander zusammenkommt, darf niemals Ziel von Hass und Gewalt werden", erklärte er.
Auch der Thüringer Bundestagsabgeordnete und Vizepräsident des Bundestags, Bodo Ramelow (70, Linke), sprach sein Mitgefühl aus und wünschte den Verletzten eine schnelle Genesung.