Von Jennifer Brückner
Frankfurt am Main - Die Sonne scheint, es ist warm: Am Wochenende den Grill anzuzünden, klingt entsprechend für viele sehr verlockend. Angesichts der aktuellen Trockenheit in Deutschland ist davon allerdings eher abzuraten.
"Nicht rauchen, nicht grillen, nur chillen", lautet der Präventionsslogan der Frankfurter Feuerwehr. Fast überall in Hessen warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD) vor einem stark erhöhten Waldbrandrisiko.
In manchen Kommunen, wie etwa in Wiesbaden und Frankfurt, besteht sogar ein Grillverbot!
Um weitere Brände möglichst zu vermeiden, rät Florian Ritter, Sprecher der Feuerwehr Frankfurt am Main, vor allem zu einem: wachsam bleiben.
Ob eine achtlos weggeworfene Zigarette, ein Grill oder ein Auto, das auf trockenem Gras abgestellt wird: Schon kleinste Unachtsamkeiten können derzeit einen womöglich folgenschweren Brand auslösen.
Grillen oder Feuerschale: Angesichts der momentanen Situation mit Blick auf das Wetter sollte man sich fragen, ob ein offenes Feuer wirklich notwendig ist. Auch wer selbst kein Feuer macht, kann zur Sicherheit beitragen und Menschen auf fahrlässiges Verhalten im Fall der Fälle auch hinweisen. Eine kleine Portion Zivilcourage sei dabei ein "riesengroßer Schlüssel", sagt Ritter.
Es gelte: Vorsicht sei jedoch nicht nur beim abendlichen Grillen geboten.
Auch das Abflammen von Unkraut in der Einfahrt berge ein hohes Risiko. "Da sind wir schon oft ausgerückt", erklärt Ritter. Schnell schlage das Feuer vom Boden auf die Hecke und dann auf die Gartenhütte oder das Haus über.
Was tun, wenn doch ein Feuer ausbricht?
Selbst ein Auto kann bei der aktuellen Trockenheit einen Brand entzünden. Wird es nach der Fahrt auf trockenem Gras abgestellt, kann die aufgeheizte Unterseite den Untergrund entzünden, so Ritter.
Waldbesucherinnen und Waldbesucher werden zudem gebeten, die Zufahrtswege in die Wälder nicht mit Fahrzeugen zu blockieren, schreibt das Hessische Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat.
Nur auf ausgewiesenen Flächen sollte daher das Fahrzeug entsprechend auch abgestellt werden.
Bricht ein Feuer aus oder entdeckt man beim Spaziergang ein solches, dann sollte dieses schnellstmöglich über den Notruf 112 gemeldet werden.
"Es ist so trocken, es ist so heiß, und Feuer kann sich so schnell ausbreiten, dass man das unter Umständen dann nicht mehr kontrollieren kann", erklärte Ritter. Löschversuche sollten nur unternommen werden, wenn man sich selbst nicht gefährdet.
Auch bei kleineren Feuern, die zunächst unscheinbar erscheinen mögen, rät der Sprecher der Feuerwehr dringend dazu, zuerst die Feuerwehr zu rufen: "Brandeinsätze sind nicht kostenpflichtig, keine falsche Scheu." Selbst wenn man das Feuer noch selbst löschen kann, dann könne einfach der Feuerwehr eine kurze Rückmeldung gegeben werden.