Von Lea Winkler
Frankfurt am Main - Die nächste Hitzewelle in diesem Sommer rollt über Hessen und damit zieht es viele Menschen an die Badeseen. Doch Obacht: Das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) in Wiesbaden stuft nur 44 der 61 bei der EU gemeldeten Badeseen in dem Bundesland als uneingeschränkt nutzbar ein.
Viele der geprüften Gewässer hätten eine ausgezeichnete Qualität, die übrigen eine gute Qualität, sagte Gewässer-Experte Winfried Staudt vom HLNUG. Für einige Seen gelten jedoch Warn-Hinweise!
Wegen eines erhöhten Vorkommens von Cyanobakterien, besser bekannt als Blaualgen, raten Gesundheitsämter an mehreren Stellen vom Baden ab oder empfehlen besondere Vorsicht, wie das HLNUG auf seiner Internetseite informiert.
Im Schultheis-Weiher im Landkreis Offenbach unweit von Frankfurt wurde bereits Ende Juni aufgrund vermehrten Aufkommens an Blaualgen ein Badeverbot verhängt.
Blaualgen können Magen-Darm-Beschwerden auslösen. Auch Haut- und Augenreizungen sind möglich, wenn Menschen mit dem Wasser in Kontakt kommen.
Warnung: Schlechte Sicht unter Wasser in Badeseen noch gefährlicher
Für weitere Gewässer wird wegen der Blaualgen aus Gesundheits- und Sicherheitsgründen vom Baden abgeraten. Betroffen sind unter anderem der Marbach-Stausee im Odenwaldkreis, der Große Woog und das Arheilger Mühlchen in Darmstadt, der Wißmarer See bei Gießen, der Fuldasee in Bebra-Breitenbach, das Licher Waldschwimmbad sowie der Grüne See in Nordhessen.
Weitere Einschränkungen gibt es wegen schlechter Sicht unter Wasser. Am Strandbad Nieder-Roden in Rodgau, am Guckaisee in der Rhön, der Grube Prinz von Hessen bei Darmstadt sowie am Südufer des Werratalsees bei Eschwege warnen die Gesundheitsämter laut HLNUG vor einer erhöhten Unfallgefahr und erschwerten Rettungsmaßnahmen. Dort gilt daher: "Baden auf eigene Gefahr".
Nach den Worten von Staudt ist die schlechte Sicht die deutlich größere Gefahr in Badeseen. Eine goldene Regel lautet: Wer bis zur Hüfte im Wasser steht und seine Füße nicht mehr sehen kann, sollte nicht baden gehen.
Bei einem Notfall werde das Opfer nicht gut gesehen und könne deshalb nur schwer gerettet werden, warnt Staudt.