Verdreckt, WC geschlossen, benutzte Spritzen: Bundesweit schlimmster Rastplatz liegt bei Frankfurt
Von Christof Rührmair
Frankfurt am Mainz - Bei einer Stichprobe testete der ADAC bundesweit 50 unbewirtschaftete Rastplätze mit Sanitäranlagen. Anlagen in Hessen bildeten dabei wieder einmal das Schlusslicht.
Teilweise hätten sie schlechter abgeschnitten als bei der letzten Stichprobe vor vier Jahren. Es mangele massiv an Sauberkeit: "WC-Häuschen sind entweder verdreckt oder gleich ganz geschlossen, zudem fehlt es an Lärmschutz, behindertengerechter Ausstattung und Parkplätzen für Gespanne".
Bundesweites Schlusslicht sei die Rastanlage "Stadtwald" an der hochbelasteten A3 bei Frankfurt.
"Wer hier auf Toilette möchte, muss weiterfahren oder gleich die Botanik aufsuchen. Bereits vor vier Jahren war das WC-Häuschen geschlossen, mittlerweile gibt es dort nicht mal mehr mobile Toiletten", teilt der ADAC mit.
Der Gesamtzustand sei stark verdreckt, Mülltonnen seien je nach Wochentag übergequollen. Ende Juni sei benutztes Spritzbesteck auf dem Gehweg gefunden worden.
Drei weitere Rastplätze im Hessen unter den letzten sieben
An den anderen Anlagen in Hessen sehe es kaum besser aus, urteilt der ADAC.
Der Verkehrsclub führt die Anlage "Nadelöhr" an der A4 Bad Hersfeld-Eisenach auf, die bundesweit auf Platz 48 von 50 landete. Hier seien die Grünflächen verschmutzt, die Behinderten-Toilette sei ohne Ankündigung auf der Autobahn gesperrt.
Die Raststätte "Brühlgraben" an der A5 Frankfurt-Darmstadt belegte Platz 46 von 50. Auf der Herren-Toilette beanstandet der ADAC erkennbare Sauberkeitsmängel, es gebe keine Behindertenparkplätze, die Grünflächen seien verschmutzt. Aktuell sei der Rastplatz gesperrt.
Die Raststätte "Am Pommer" an der A7 Kassel-Fulda rangiert in der Bewertung auf Platz 44 von 50, unter anderem wegen erkennbarer Sauberkeitsmängel in den Unisex-Toiletten und einer schlechten Beleuchtung dort.
"Das Grundbedürfnis nach sauberen und funktionierenden Rastplätzen mit WC wird an den getesteten Anlagen kaum erfüllt", sagt ADAC-Verkehrsexperte Wolfgang Herda.
Die Autobahn GmbH müsse als Betreiber die Rastplätze stärker ins Visier nehmen - entweder durch Modernisierung oder eine Erhöhung der Reinigungsintervalle, fordert Herda.
Titelfoto: ADAC/obs

