Gericht kassiert Verbot für Pro-Palästina-Demo am Samstag in Frankfurt
Von Sandra Trauner
Alles in Kürze
- Pro-Palästina-Demo in Frankfurt am Samstag erlaubt
- Verwaltungsgericht hebt Demonstrationsverbot auf
- Bis zu 5000 Menschen wollen durch die Innenstadt ziehen
- Stadt hatte Demo als potenziell antisemitisch eingestuft
- Gericht: Verbot nicht gerechtfertigt bei polizeilicher Gefahrenprognose
Frankfurt am Main - Die für Samstag geplante Pro-Palästina-Demonstration "United4Gaza" darf nach derzeitigem Stand doch stattfinden. Die Stadt Frankfurt hatte die Kundgebung am Mittwoch verboten.

Das Frankfurter Verwaltungsgericht hob das Verbot am Donnerstag im Eilverfahren auf. Noch kann das Hessische Verwaltungsgerichtshof in Kassel angerufen werden.
Angemeldet ist ein Demonstrationszug mit dem Titel "United4Gaza – Stoppt den Völkermord jetzt!" zwischen 15 und 21 Uhr. Nach Angaben der Anmelderin wollen bis zu 5000 Menschen vom Hafenpark aus durch die Frankfurter Innenstadt ziehen.
Die Versammlungsbehörde im Ordnungsamt der Stadt untersagte die Demo als "potenziell antisemitische Versammlung".
In der aktuell "äußerst angespannten Stimmung" zwischen pro-palästinensischen und pro-israelischen Aktivisten drohe eine "Eskalationsspirale".
Verwaltungsgericht: "Verbot nicht im Ansatz gerechtfertigt"
Das Verwaltungsgericht widerspricht: "Ein solches Verbot ist bei der vorliegenden polizeilichen Gefahrenprognose nicht im Ansatz gerechtfertigt", teilte das Gericht mit.
Für ein Verbot müsse eine unmittelbare Gefahr für die öffentliche Sicherheit bestehen.
Gegen einzelne Störer während der Versammlung müsse man vorgehen. "Eine Bewertung von Meinungen, die durch Art. 5 GG geschützt werden, steht staatlichen Stellen nicht zu."
Titelfoto: Andreas Arnold/dpa