Tausende bei pro-kurdischer Demonstration in Frankfurt

Von Jenny Tobien

Frankfurt am Main - Mehrere Tausend Menschen haben am Samstag in Frankfurt vor dem Hintergrund der zugespitzten Lage in Nordsyrien an einer pro-kurdischen Demonstration teilgenommen.

Einige Demonstrierende in Frankfurt hatten ihre Gesichter blutig geschminkt, um auf die Gewalt in den kurdischen Gebieten hinzuweisen.  © Boris Roessler/dpa

"Es verlief alles friedlich und entspannt", sagte ein Sprecher der Polizei. Es habe lediglich einzelne Vorfälle mit Pyrotechnik gegeben.

Nach Schätzungen der Beamten waren 4500 Menschen zu der Demonstration unter dem Motto "Gegen die Unterdrückung, Repressionen und Massaker islamistischer Regime an der Zivilbevölkerung, insbesondere an Kurden in Rojava" gekommen. Das ist deutlich mehr als ursprünglich erwartet: Angemeldet waren lediglich 200 bis 300.

Der Protestzug ging vom Hauptbahnhof bis in die Innenstadt. Zudem gab es eine Abschlusskundgebung auf dem Roßmarkt. Die Demonstranten, die ihre Gesichter teils blutig geschminkt hatten, hielten Transparente in die Luft mit Aufschriften wie "Kurdisches Leben zählt".

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"Wir fordern die Bundesregierung und die internationale Gemeinschaft auf, den Schutz der Zivilbevölkerung und die Sicherung humanitärer Hilfe in Nord- und Ostsyrien zur Priorität zu machen und jede politische Aufwertung islamistischer Akteure entschieden zurückzuweisen", hatte auch die Konföderation der Gemeinschaften Kurdistans in Deutschland angesichts der bundesweiten Demonstrationen erklärt.

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Zahlreiche pro-kurdischer Demonstrationen in Deutschland

In diversen Städten in Deutschland kam es am Samstag zu pro-kurdischen Demonstrationen - das Bild zeigt einen Protestmarsch in Mannheim.  © Uli Deck/dpa

Kurden in ganz Deutschland gingen am Samstag gegen die Unterdrückung der kurdischen Bevölkerung in Syrien auf die Straße.

Hintergrund ist die zugespitzte Lage in Nordsyrien. Seit Dienstag gilt dort ein Waffenstillstand zwischen den Regierungstruppen und ihren Verbündeten sowie den kurdisch angeführten Syrischen Demokratischen Kräften (SDF). Zuvor waren über Tage hinweg die Regierungstruppen mit Hilfe arabischer Stammeskämpfer immer weiter in Gebiete vorgerückt, die von den SDF kontrolliert werden.

Mit den Gefechten versuchte die Übergangsregierung unter Interimspräsident Ahmed al-Scharaa militärisch durchzusetzen, was auf anderem Wege nicht umgesetzt werden konnte: Die Regierung will die Gebiete, die bisher unter kurdischer Selbstverwaltung standen, unter ihre Kontrolle bringen.

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Die als Rojava bekannte Verwaltung ist Teil des langen Strebens der Kurden nach einem eigenen Staat.

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